So schaffte Häupl den Wahl-Coup

Sogar "New York Times" lobt Stadtchef

So schaffte Häupl den Wahl-Coup

Mehr als acht Prozentpunkte Vorsprung auf die FPÖ: Von der New York Times bis zu Le Monde berichten sämtliche internationale Medien darüber, wie Wiens SPÖ-Bürgermeister „die extrem Rechten in Wien abgewehrt hat“.

Dass die Wiener Roten bei der Landtagswahl am Sonntag trotz Wahlverlusten so klar vor der FPÖ blieben, wird auch international als „Häupl-Coup“ gewertet.

Doch wie hat der „Intellektuelle in Gestalt eines Fiakerkutschers“ (FAZ) dieses respektable Ergebnis erzielt?

„Michael Häupl hat mit einem nervenstarken Wahlkampf die drohende Katastrophe für die SPÖ abgewendet“, analysiert Politikwissenschaf­tler Fritz Plasser im ÖSTERREICH-Gespräch. Häupl habe mit seiner Strategie – „Warnung vor Strache als Nummer eins“ und einer „klaren Linie in der Flüchtlingskrise“ – sehr viele „taktische Wähler angesprochen“, sagt Plasser.

Fast 30.000 Grün- & ÖVP-Wähler stimmten für SPÖ

Mit dieser Positionierung sei es dem Bürgermeister – er ist seit 1994 im Amt – gelungen, fast 30.000 Stimmen von potenziellen Grün- und ÖVP-Wählern für sich zu gewinnen.

Politikberater Thomas Hofer schließt sich dieser Einschätzung an: „Häupl hat als Anti-Strache punkten können und so Wähler von anderen Parteien für sich mobilisiert.“ Allerdings habe die SPÖ in den klassischen Arbeiterbezirken über der Donau „starke Verluste erlitten“. Der Wähleraustausch sei gewaltig, sagt Hofer. Dafür wählten viele „bürgerliche“ Bezirke innerhalb des Gürtels Rot.

Die Innere Stadt – einst Bastion der ÖVP – wurde am Sonntag auf Gemeindeebene denn auch rot.

Auch in Wien-Josefstadt – ein schwarzer Paradebezirk – votierten Grün- und ÖVP-affine Wähler diesmal für Häupl.

Dafür wurden die roten Stammbezirke Simmering und Floridsdorf blau. Der Anti-Strache-Wahlkampf hat eindeutig „fremde“ Wähler für die SPÖ mobilisiert und sie so gerettet.

Anti-Strache-Linie
Häupl selbst schlägt denn auch selbstkritische Töne an. Er will auf seiner klaren Anti-Strache-Linie bleiben, aber die SPÖ modernisieren. Und er will mehr Bürgernähe: In jedem Grätzel soll es speziell geschulte Vertrauenspersonen geben, die vor allem sozial schwache Wähler, die zur FPÖ tendieren, ansprechen.

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