Strache: Rot-schwarzen

FPÖ-Neujahrstreffen

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Strache: Rot-schwarzen "Saustall ausmisten"

Mit einem Rundumschlag gegen die Regierung sowie dem Anspruch, Nummer Eins in Österreich zu werden, hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beim traditionellen Neujahrstreffen seine Anhänger verzückt. "Was diese beiden Parteien schon jetzt angerichtet haben, das ist ein Saustall, den wir ausmisten müssen", sagte er in der überfüllten "Pyramide" im niederösterreichischen Vösendorf ausgerechnet am 100. Geburtstag des SP-Altkanzlers Bruno Kreisky. Strache verteidigte dabei sein außenpolitisches Engagement, wetterte gegen den Islamismus und die Türkei, sowie gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ).

"Heimatland retten"

"Wir haben alle die Verantwortung, unser Heimatland Österreich zu retten", begann Strache seine rund eineinhalbstündige Rede. Er führte gleich an, worum es dabei gehe: "Verantwortung, dafür zu sorgen, als Österreichische Bevölkerung die Mehrheitsbevölkerung zu bleiben und dass unsere Kinder nicht zur Minderheit werden." Auch durch "Morddrohungen", die es immer wieder gebe, werde man sich davon nicht abhalten lassen, zur stärksten Kraft in Österreich zu werden. "Wir wollen nicht Dritter bleiben, wir wollen Zweiter und auch Erster werden."

Parteichef warnt for Überheblichkeit
Strache warnte seine Anhänger auch davor, überheblich zu werden: "Demut ist gefragt." Zudem dürfe man nicht so werden, "wie die anderen Parteien sind". In Straches Koalitions-Sündenregister befanden sich etwa der Euro-Rettungsschirm, die Arbeitslosenrate, die "Mindestsicherung für Sozialschmarotzer" sowie das Sparpaket. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll seien "zwei Seiten der selben falschen Münze", die FPÖ müsse so stark werden, dass SPÖ und ÖVP unter die 50-Prozent-Marke zu liegen kommen.

Kritik an Darabos
Auch Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) bekam wegen seiner geplanten Heeresreform erneut sein Fett ab. Die Wehrpflicht abzuschaffen bedeute, die Neutralität endgültig zu Grabe zu tragen und einen NATO-Beitritt. Die angestrebte Freiwilligkeit sei ein "utopisches, links-linkes Modell", Darabos selbst eine "dramatische Fehlbesetzung und Gefährdung für unser Land".

Fall Cain: FP-Anhängerin fordert Todesstrafe

Angebliche Versäumnisse zeigte der FPÖ-Chef auch bei der Ausländerpolitik auf, etwa am Beispiel jenes Serben, der im Verdacht steht, ein Kind zu Tode geprügelt zu haben. "Wenn man den abgeschoben hätte, könnte der kleine, dreijährige Cain noch leben", so Strache, der "lebenslang ohne Bewährung für solche Mörder" forderte. Noch drastischer sah es eine FPÖ-Anhängerin im Publikum: "Todesstrafe!"

"Massenzuwanderung"

Strache warnte abermals vor einer "völlig falschen und undifferenzierten Massenzuwanderung". So würden "Asylbetrüger" am Ende belohnt, was auch Mitschuld von ÖVP-Innenministerin Maria Fekter sei. Und wer radikalen Islamismus kritisiere, "muss sich darauf gefasst machen, vor Gericht gestellt zu werden": "Wehret den Anfängen, liebe Freunde, solche totalitären Entwicklungen dürfen wir nicht zulassen in unserer Gesellschaft", so Strache, der auch erneut den sofortigen Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei forderte.

Strache: Muzicant müsse man "entgegentreten"
Sein neu entdecktes Auslandsengagement verteidigte der FPÖ-Chef vor seinen Anhängern. "Die Anerkennung des Existenzrechts Israels und die Ablehnung von Antisemitismus bedeutet nicht, alles in dieser Region kritiklos hinzunehmen." Zudem gelte es, das Bild der FPÖ im Ausland zu korrigieren, für das etwa der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant verantwortlich sei. "Ja, solchen Leuten müssen wir entgegentreten. Die dürfen nicht erfolgreich sein."

Lob für Kreisky
Beinahe Lobeshymnen sang Strache auf Kreisky, der sicher nicht alles richtig gemacht, allerdings für die Österreicher gearbeitet hatte. "In diesem Willen zum Gestalten kann und soll Kreisky auch uns Freiheitlichen sehr wohl ein Vorbild sein." Zudem habe der Altkanzler keine Ausgrenzung gegenüber der FPÖ gelebt, bei der derzeitigen Politik seiner Partei würde er sich "im Grabe umdrehen".

Demonstrative Volksnähe
Den lautesten Applaus beim FPÖ-Neujahrstreffen kassierte Strache übrigens, als er seine Volksnähe demonstrierte und den Neujahrsempfang der Bundesregierung kritisierte: "Champagner sollen die anderen trinken, wir bleiben bodenständig und trinken mit den Bürgern gemeinsam einen weißen Spritzer oder ein Bier." Am Abend lud Strache noch zu einem Clubbing mit DJ David Morales in die "Pyramide".

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