Strache will gegen Fischer antreten

ÖSTERREICH-Interview

© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH

Strache will gegen Fischer antreten

Seit ÖSTERREICH von FPÖ-Chef Heinz-Christian Straches möglicher Hofburg-Kandidatur berichtet hatte, gehen in der ÖVP die Wogen hoch. Immerhin hat sich ÖVP-Chef Josef Pröll dazu entschlossen, keinen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl am 25. April aufzustellen. Das weiß auch Strache, der mit einer eigenen Kandidatur „erstmals in die ÖVP-Klientel eindringen könnte“, wie es ein FP-Stratege nennt.

Nur Angst vor Wien-Neuwahl hält FP ab
Im ÖSTERREICH-Interview sagt Strache nun erstmals: „Ich überlege eine Hofburg-Kandidatur.“ Er selbst würde sich 30 Prozent der Stimmen zutrauen. Stimmen, die er dann bei der Wien-Wahl im Herbst nützen könnte.

In der FPÖ gibt es freilich zwei Lager: Eine Truppe um Strache will, dass der FPÖ-Chef selbst in den Ring steigt, um erstmals auch „staatsmännischer auftreten zu können und neue Wählerschichten anzusprechen“, so ein FP-Mann.

Eine andere Gruppe in der FPÖ warnt Strache hingegen vor „dem Hasard“. Sollte er unter 30 Prozent liegen, würde ihn das vor der wichtigen Wien-Wahl „beschädigen“, befürchten die blauen Gegner einer Strache-Kandidatur.

Allerdings, berichtet ein FPÖ-Mann, habe die FP bereits abfragen lassen, wie hoch Straches Potenzial im Duell mit Fischer wäre. Der FP-Chef habe laut diesen Umfragen „einen Basiswert von rund 20 Prozent“ – das heißt, er könnte auf 30 Prozent kommen.

Bekanntgabe Anfang März?
Strache selbst, so ein FP-Vertrauter, will das Risiko eingehen und Anfang März seine Kandidatur bekannt geben. Das Einzige, was ihn noch zurückhalte, sei die „Angst vor einem Leger von Michael Häupl“. Sollte Strache seine Kandidatur zu früh deklarieren, könnte der Wiener SP-Bürgermeister die Wien-Wahl einfach vorverlegen. Und Strache könnte nicht mehr Wiener FP-Spitzenkandidat werden. Der FPÖ-Chef hat freilich bis 26. März Zeit, seine Kandidatur zu verkünden.

Hier das ganze Interview:

ÖSTERREICH: Sie konzentrieren sich stark auf die Wien-Wahl, oder?

Heinz-Christian Strache: Häupl befindet sich jedenfalls längst im Wahlkampf. Er betreibt Schönfärberei, obwohl er als Bürgermeister völlig versagt hat. Daher ist die Zeit reif für einen Wechsel. Es braucht keiner Angst vor Strache haben, außer den Bonzen und Kriminellen. Die haben allen Grund, Angst vor mir zu haben.

ÖSTERREICH: Es haben aber weit mehr Menschen vor Ihnen Angst, wie die Diskussionen um zehn Jahre Schwarz-Blau gezeigt haben. Nicht?

Heinz-Christian Strache: Das sind Menschen, denen die demokratische Reife fehlt, auch anders denkende Menschen zu akzeptieren.

ÖSTERREICH: Derzeit ist Heinz Fischer immer noch der einzige Kandidat für die Bundespräsidentenwahl. Wird die FPÖ ihm die Bühne alleine überlassen?

Heinz-Christian Strache: Sicher nicht. Es kann nicht angehen, dass nur ein Kandidat bei so einer staatspolitisch wichtigen Wahl antritt. Die FPÖ wird dann für die demokratiepolitische Hygiene sorgen. Wir werden sicherstellen, dass nicht nur der rote Heinzi zur Wahl steht.

ÖSTERREICH: Die ÖVP wird jedenfalls keinen eigenen Kandidaten aufstellen.

Heinz-Christian Strache: Wenn die FPÖ einen eigenen Kandidaten aufstellt, dann wird die ÖVP da wohl auch unter Druck kommen ...

ÖSTERREICH: Vor allem, wenn der FPÖ-Hofburg-Kandidat Strache heißt. Werden Sie antreten?

Heinz-Christian Strache: Man soll nichts ausschließen. Wir werden prüfen, welche Variante am besten ist. Darüber wird der FPÖ-Parteivorstand entscheiden.

ÖSTERREICH: Und wenn der FPÖ- Parteivorstand sagt: "HC, wir wollen, dass Du gegen Heinz Fischer antrittst"?

Heinz-Christian Strache: Dann werde ich das sehr ernsthaft überlegen. Wir haben viele Persönlichkeiten, die wir aufstellen könnten, ehemalige zweite und dritte Nationalratspräsidenten etwa. Wir werden gemeinsam entscheiden, wer die besten Chancen hätte, breite Wählerkreise für die FPÖ anzusprechen.

ÖSTERREICH: Also Strache als FP-Hofburg-Kandidat? Sie würden ja wohl die meisten Menschen für die FPÖ ansprechen ...

Heinz-Christian Strache: (lacht) Das werden wir dann prüfen.

ÖSTERREICH: Wieviel will und kann die FP bei der Präsidentenwahl erreichen?

Heinz-Christian Strache: Wenn Fischer der einzige Kandidat ist, kann die FPÖ sicher über 30 Prozent kommen.

ÖSTERREICH: Sie vielleicht, aber andere FP-Kandidaten?

Heinz-Christian Strache: ... würden auch über 20 Prozent kommen.

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