Telekom-Affäre

Telekom-Affäre

Erhielt Ex-Minister Reichhold Geld?

In der Telekom-Affäre bringt das Nachrichtenmagazin "News" in seiner nächsten Ausgabe laut Vorausmeldung neue Details: Demnach soll der frühere FPÖ-Minister Mathias Reichhold nach seinem Ausscheiden aus der Regierung über die Agentur von Peter Hochegger 72.000 Euro für Telekom-Beratung kassiert haben. In Hocheggers Valora-Buchhaltung finde sich dazu eine Rechnung an Reichhold vom 30. Dezember 2005. Für "Telekom-Beratung 11+12/05" wurden 72.000 Euro verrechnet, die am 15. Februar 2006 bezahlt wurden.

Hier klicken: Das ÖSTERREICH-Geheimtreffen mit Peter Hochegger >>>

Reichhold war als Minister auch für die Telekom zuständig. Der Kärntner war von Februar 2002 bis Ende Februar 2003 Bundesminister für Verkehr, Infrastruktur und Technologie und wurde von Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) abgelöst. Reichhold war außerdem von September bis Oktober 2002 für 40 Tage auch FPÖ-Bundesparteiobmann.

Reichhold ist am Mittwoch trotz mehrfacher Versuche telefonisch nicht erreichbar gewesen. Er hatte in den vergangenen Jahren seine Aktivitäten nach Klagenfurt verlagert, aktuell ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Klagenfurter Stadtwerke.

Telekom weiß nichts von Beratung
Bei der Telekom Austria weiß man nichts von einer Beratung durch Ex-FPÖ-Verkehrsminister Mathias Reichhold. "Wir kennen Reichhold in unserer Buchhaltung nicht als Berater, weil es dazu keine Rechnung gibt", erläuterte Unternehmenssprecherin Elisabeth Mattes. Es könne sein, dass Hochegger Geld, das er von der Telekom bekommen habe, an Reichhold weitergeleitet habe, das sei aber nicht in der Telekom-Buchhaltung festgehalten. Dasselbe gelte auch für den Ex-FPÖ-Politiker Reinhart Gaugg, der ebenfalls in der Telekom-Buchhaltung nicht aufscheine.

Noch mehr FPÖ-Politiker auf der Liste?

Laut "News" hat im Jahr 2005 auch der ehemalige Kärntner FPÖ-Politiker Reinhart Gaugg gemäß der Hochegger-Unterlagen über dessen Gesellschaft Valora 30.000 Euro erhalten.

Auch gegen die fristlos entlassenen Vorstände des burgenländischen Energieversorgers Bewag, Hans Lukits und Josef Münzenrieder, wird nun laut "News" von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Demnach seien 1,2 Millionen Euro an die Hochegger Kft in Ungarn bezahlt worden, obwohl die Ex-Bewag-Vorstände gewusst hätten, dass es sich dabei um "Schmiergeld für ungarische Amts- und Entscheidungsträger" gehandelt habe. Bei einer Besprechung in einer Wiener Anwaltskanzlei habe Lukits auf Nachfrage einer Rechtsanwaltskonzipientin, die wissen wollte, an wen das Geld geht, gesagt: "Stellen Sie diese Fragen nicht, wir wollen das gar nicht wissen. Das wäre zu gefährlich, es überhaupt zu wissen."

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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