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Weltkulturerbe

UNESCO-Streit: Stenzel wütet weiter gegen Wien

Es ist passiert: Die UNESCO hat das historische Zentrum Wiens auf die sogenannte Rote Liste der gefährdeten Kulturgüter gesetzt. Der - schon vor Monaten angekündigte - Schritt wurde offiziell bei der Tagung des Welterbekomitees im polnischen Krakau am Donnerstag gesetzt. Die UNESCO stößt sich am geplanten Hochhausbau am Heumarkt-Areal. FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel war vor Ort in Krakau und hielt vor dem Komitees als Beobachterin eine Brandrede gegen ihre eigene Heimatstadt. „Lassen Sie sich nicht davon abhalten, Wien auf die Rote Liste zu setzen“, sagt Stenzel, und dies geschah letztendlich auch. Die Aberkennung des Prädikats Weltkulturerbe droht nun 2018.

Stenzel bereut nichts: „Ich habe Wien verteidigt“

Im oe24.TV-Interview erklärte Stenzel ihr Vorgehen noch einmal und sieht keinen Fehler darin. „Ich habe darauf hingewiesen, dass nicht nur die Glaubwürdigkeit Wiens hier auf dem Spiel steht, sondern auch die Glaubwürdigkeit des Gremiums. Das war politisch unausweichlich, dass Wien auf die Rote Liste kommt. Wien hat es darauf angelegt und jetzt hat es den Salat“, erklärt Stenzel.

Auf die Kritik an ihrer Rede vor dem Komitee reagierte Stenzel gelassen. „Ich habe nichts empfohlen. Ich war selbst überrascht über diese Einstimmigkeit, die dort geherrscht hat. Ich habe Wien verteidigt. Ich habe Wien nicht geschadet“, erklärt die Stadträtin, die dort nicht in ihrer politischen Funktion anwesend war, sondern als Präsidentin von Blue Shield. Allerdings konnte sie sich einen Schlag gegen Häupl und die Wiener Stadtregierung nicht verkneifen. „Diese Arroganz der Macht oder Ohnmacht – je nachdem – ist eine falsche Politik gewesen. Wien hat seit Jahren gewusst, auf was es sich einlässt. Man hat es darauf angelegt. Wien hat sich um diese Auszeichnung gerissen und genau in das wird so ein Bau hineingeknallt“. Häupl und Vassilakou seien dafür verantwortlich, nur hätten sie nicht geglaubt, dass es tatsächlich zu dieser Entscheidung kommt.

Heumarkt-Debatte

Neben dem Hotel Intercontinental - das ebenfalls neu gebaut wird - soll ein 66 Meter hoher Wohnturm errichtet werden. Vor allem dieser sorgt für Sorgenfalten bei den Welterbeschützern. Außerdem, so befand die UNESCO, sind die Wiener Stadtplanungsinstrumente zum Schutz des Welterbegebiets unzureichend. "Die nun erfolgte Eintragung auf die Rote Liste schadet dem Kulturland Österreich, ist blamabel für die Stadt Wien und Österreich. Es zeigt die fehlende Wertschätzung für das selbst ausgewählte Welterbegebiet und auch das Unverständnis für die Bedeutung des Welterbes", beklagte Gabriele Eschig, Generalsekretärin der österreichischen UNESCO-Kommission.

Theoretisch kann Verlust verhindert werden

Theoretisch kann der endgültige Verlust des 2001 verliehenen Prädikats noch abgewendet werden. Österreich - der offizielle Vertragspartner der UNESCO - hat bis 1. Februar 2018 Zeit, dem Welterbekomitee ein Update über den Erhaltungszustand der Welterbestätte zu übermitteln. Sollte an den Plänen jedoch unverändert festgehalten werden, droht als nächster Schritt die Aberkennung des Welterbestatus. Die UNESCO verlangt unter anderem die Reduktion des Turms auf höchstens 43 Meter.

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