Aus für kalte Progression?

Steuer-Zuckerl: Bis zu 500 Euro mehr für jeden

Steuer-Zuckerl: Bis zu 500 Euro mehr für jeden
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Die kalte Progression kostet die Steuerzahler bis 2024 rund sechs Milliarden Euro.
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Wien. Seit der letzten Steuerreform fordert die Opposition, die kalte Progression abzuschaffen. Durch die rasante Teuerung scheint nun auch ­Finanzminister Magnus Brunner einzulenken (siehe Interview unten).

Steuer steigt höher als das Lohnplus. Denn: Wer in Österreich im Vorjahr rund 2.500 Euro brutto verdiente, erhielt in den vergangenen fünf Jahren nur acht Prozent durch den Inflationsausgleich. Diese kostete den Einzelnen im selben Zeitraum elf Prozent mehr Lohnsteuer. Die kalte Progression abzuschaffen, würde das hingegen ausgleichen: Wenn die Inflation um 6,8 Prozent (wie pro­gnostiziert) steigt, dann würden auch die Lohnsteuerstufen steigen.

In Österreich sind derzeit die ersten 11.000 Euro im Jahr steuerfrei. Bei 6,8 % Inflation sollten nächstes Jahr die ersten 11.748 Euro steuerfrei sein, um die ­Teuerung auszugleichen. Agenda-Austria-Ökonom Dénes Kucsera drängt in ÖSTERREICH auf ein Ende der kalten Progression: „Sie kostet alle Steuerzahler bis 2024 rund sechs Milliarden Euro.“

Rechenbeispiele: Bis zu 500 Euro mehr im Jahr

Die Neos haben jetzt für ÖSTERREICH drei Beispiele berechnet, wie ein Ende der kalten Progression jeden Einzelnen entlastet:

Bei 1.250 € Monatslohn 494 Euro Ersparnis. Bei Abschaffung der kalten Progression würde diese Person 2024 rund 494 Euro mehr verdienen. Jahresnetto: 18.072 statt 17.578 Euro.

Bei 2.500 € Monatslohn 174 Euro Ersparnis. Durch die Steuerreform fällt die Entlastung niedriger aus. Jahresnetto neu: 30.426 €.

Bei 3.200 € Monatslohn 456 Euro Ersparnis. Jahresnetto neu: 37.196 €.

Brunner: "Inflation bleibt länger hoch"

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) erklärte auf oe24.TV die Regierungspläne gegen die Teuerung.

OE24.TV: Werden Sie die kalte Progression abschaffen?
Magnus Brunner: Wir prüfen gerade, ob das sinnvoll wäre. Klar ist, es braucht strukturelle Maßnahmen. Noch vor einigen Wochen sind die Experten davon ausgegangen, dass die derzeit hohe Inflation zeitlich befristet ist. Jetzt haben sich die Umstände geändert. Die hohe Inflation wird uns doch länger begleiten. Deshalb braucht es strukturelle Maßnahmen, die wir jetzt prüfen.

OE24.TV: Was bedeutet die Abschaffung der kalten Progression?
Brunner: Das hängt vom Konzept ab, es gibt mehrere Möglichkeiten, diese werden intensiv, seriös und sachlich geprüft.

OE24.TV: Bis wann gibt es eine Entscheidung?
Brunner: Die Experten im Ministerium erarbeiten bis Sommer Konzepte zu den unterschiedlichen strukturellen Maßnahmen, dann beraten wir mit Sozialpartnern und dem Koalitionspartner.

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