Tragödie in Wien

Baugerüst-Einsturz mit 4 Toten – neue Details bekannt

Bei Bauarbeiten in Wien-Alsergrund ereignete sich eine schreckliche Tragödie: Ein Gerüst und eine Bauverschalung stürzten ein und verschütteten mehrere Bauarbeiter unter den Trümmern und flüssigem Beton. Vier Arbeiter starben, einer wurde verletzt. Die Feuerwehr gab neue Details bekannt.

Wien. Der tragische Vorfall ereignete sich am Dienstag bei Bauarbeiten in einem Innenhof in der Porzellangasse (9. Bezirk), wo aktuell neue Gebäudeteile (Dachgeschoßausbau) angebracht werden. Während der laufenden Betonierungsarbeiten stürzten plötzlich das Gerüst und die Bauverschalung in sich zusammen und begruben mehrere Arbeiter unter Trümmern und flüssigem Beton. Die Berufsfeuerwehr Wien löste umgehend Alarmstufe 2 aus, um mit einem großen Aufgebot an Rettungskräften vor Ort zu helfen. Die Einsatzkräfte rückten um 14.20 Uhr aus, berichtet die Wiener Berufsfeuerwehr. 

Kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnte einer der Bauarbeiter (45) gemeinsam mit dem Rettungsdienst verletzt gerettet werden. Die Berufsrettung berichtete, dass bei dem 45-Jährigen schwere Kopfverletzungen und ebensolche im Bereich der Wirbelsäule festgestellt wurden, wie auch Frakturen an den Armen. 

Da der betroffene Innenhof sehr eng ist, gestaltete sich die Suche nach den weiteren Vermissten als äußerst schwierig.

Einsturz von Baugerüst in Wien-Alsergrund
© Stadt Wien | Berufsfeuerwehr Wien
 

Die Einsatzkräfte mussten erst Zugänge schaffen, indem sie Zäune und Türen entfernten. Vom Katastrophenhilfsdienst Wien wurde auch die Schallortungsgruppe und die Rettungshundestaffel entsendet.

Baugerüst in Wien-Alsergrund eingestürzt
© APA/MAX SLOVENCIK

Bergung aus flüssigem Beton

Um zu den restlichen Verschütteten vorzudringen, mussten auch Gerüstteile und Eisenarmierungen händisch sowie mit Seilwinden und einem Turmdrehkran entfernt werden. In aufwendiger Kleinarbeit wurde immer wieder flüssiger Beton beseitigt. Nach und nach konnten zwei Arbeiter befreit werden, doch für sie kam jede Hilfe zu spät.

Baugerüst in Wien-Alsergrund eingestürzt
© APA/MAX SLOVENCIK

Für die Bergung der beiden weiteren verschütteten Bauarbeiter war es notwendig, noch weitere verkeilte Trümmer zu trennen und wegzuheben, berichtet die Berufsfeuerwehr Wien. Anschließend konnte wieder händisch der langsam fester werdende Beton entfernt werden. Nach etwa zweieinhalb Stunden konnte auch die dritte und vierte verstorbene Person befreit werden.

Video zum Thema: Baustellen-Drama in Wien! Gerüst eingestürzt - 4 Tote

Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte mit 30 Fahrzeugen etwa drei Stunden lang im Einsatz. Um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Personen unter dem Trümmerkegel befanden, suchten Rettungshunde das Areal mehrfach ab. Während der Bergungsarbeiten war die Porzellangasse für den Verkehr großräumig gesperrt.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Von Polizei und Arbeitsinspektorat werden nun noch Zeugen des Unglücks befragt, wie etwa der Kranfahrer, der bis ca. 17.30 Uhr in seinem Fahrzeug ausharren musste. Auch der überlebende Arbeiter werde befragt, sobald dies sein Zustand zulasse, sagte Polizeisprecher Philipp Haßlinger.

Das Landeskriminalamt der Polizei Wien hat die Ermittlungen übernommen.

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