Ermittlungen laufen

Baustellen-Tragödie in Wien: Das sind die Opfer

Bei Bauarbeiten in Wien ereignete sich am Dienstag eine furchtbare Tragödie: Ein Gerüst und eine Bauverschalung stürzten ein und verschütteten mehrere Bauarbeiter unter den Trümmern und flüssigem Beton: Drei Kosovaren und eine Serbe starben, ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt.  

Wien. Der Tragödie im Zusammenhang mit einem Dachgeschossausbau und der Errichtung  von sechs Luxuswohnungen ereignete sich am Dienstag bei Bauarbeiten in einem Innenhof in der Porzellangasse (9. Bezirk). Während der laufenden Betonierungsarbeiten stürzten plötzlich das Gerüst und die Bauverschalung in sich zusammen und begruben mehrere Arbeiter unter Trümmern und flüssigem Beton. Die alarmierten Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien versuchten, die Verschütteten iknm dem teils schon ausgehärteten Beton zu orten, zu ihnen vorzudringen und sie zu retten. Ein Bauarbeiter konnte verletzt der Rettung übergeben werden; für vier weitere Männer kam leider jeder Hilfe zu spät. 

Bei den Toten handelt es sich um drei Kosovaren und einen Serben im Alter zwischen 32 und 48 Jahren – der Schwerverletzte kommt aus Nordmazedonien. Laut einem Bericht von LeCanton27.ch und wie auch die Kosovo-Botschaft in Wien bestätigt, handelt es sich bei den Opfern um Pajtim B., Asllan M. und Istref Z. Die drei Arbeiter wohnten teilweise in Wien bzw. haben Angehörige in Österreich. Erstgenannter war verheiratet und hatte zwei kleine Töchter. Die Nachricht schockt die Kosovo-Community, in sozialen Medien heißt es etwa: "Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom tragischen Ableben unseres Landsmanns Pajtim B. erhalten, der an seinem Arbeitsplatz in Wien sein Leben verloren hat. Dieser schreckliche Verlust trifft uns alle, hinterlässt eine riesige Leere in bei der  Familie, seinen Freunden und allen, die ihn kannten. Wir teilen den Schmerz mit euch in diesen schwierigen Momenten!"
 

Pajtim B.

Pajtim B. ist eines der Todesopfer 

© Privat

Opfer Asllan M.

Auch Asllan M. verlor bei der Tragödie sein Leben

© Privat

Lückenlose Aufklärung wird gefordert

Von Polizei und Arbeitsinspektorat werden nun noch Zeugen des Unglücks befragt, wie etwa der Kranfahrer, der bis ca. 17.30 Uhr in seinem Fahrzeug ausharren musste. Auch der überlebende Arbeiter wird einvernommen, sobald dies sein Zustand zulasse, sagt Polizeisprecher Philipp Haßlinger. 

Baugerüst in Wien-Alsergrund eingestürzt
© APA/MAX SLOVENCIK
 

Die Ermittlungen, in der auch das Arbeitsinspektorat involviert ist, laufen in allen Richtungen, auch (fahrlässiges) Fremdverschulden wird nicht ausgeschlossen. Ein Anlassbericht wurde an die Staatsanwaltschaft übermittelt, unter anderem stehen die Baufirma, der Kranfahrer sowie die Arbeitskollegen im Fokus. Mehrerer Gutachten werden in dem schrecklichen Fall wohl notwendig sein, um herauszufinden, was wirklich passiert ist.

Die Gewerkschaft Bau Holz (GBH) forderte am Mittwoch in einer Stellungnahme eine lückenlose Aufklärung, wie es zu dem Unglück kommen konnte. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und den Kolleginnen und Kollegen auf der Baustelle", sagte der GBH-Bundesvorsitzende Josef Muchitsch. "Vom Auftraggeber über die Auftragnehmer bis zu den handelnden Menschen auf der Baustelle tragen alle Verantwortung. Es geht um Menschenleben. Es muss alles getan werden, damit jeder Bauarbeiter am Abend gesund nach Hause kommt!" 

Baugerüst in Wien-Alsergrund eingestürzt
© APA/MAX SLOVENCIK
 

Gesamte Konstruktion brach zusammen 

Zu dem Unfall kam es bei Betonierarbeiten im Zuge eines Dachgeschoßausbaus. Laut Berufsfeuerwehr-Sprecher Martin Hofbauer wurde das Unglück gegen 14.30 Uhr alarmiert. Nach rund 90 Minuten vermeldete die Berufsrettung das schwer verletzte Opfer. Stunden später wurde dann das ganze Ausmaß des Bauunfalls bekannt: Nachdem die Angehörigen der Todesopfer verständigt werden konnten, berichtete der Sprecher, dass bei dem Unglück vier Menschen gestorben waren. Zuvor hatten Polizeifahrzeuge den Zugang zur Baustelle abgeriegelt, vermutlich um so den Abtransport der tödlich Verunfallten zu ermöglichen. Auch der Katastrophenhilfsdienst Wien war inzwischen am großräumig gesperrten Unfallort eingetroffen.

Video zum Thema: Baustellen-Drama in Wien! Gerüst eingestürzt - 4 Tote
 

Laut Hofbauer brach bei dem Unfall die gesamte Konstruktion samt den sich darauf befindlichen fünf Personen zusammen. Bei der Bergung des schwer Verletzten unterstützten die weiteren Bauarbeiter die inzwischen eingetroffenen Rettungskräfte. Wie der Feuerwehrsprecher weiter erläuterte, gestaltete sich der Einsatz dann äußerst schwierig. Zum Teil musste das Baumaterial mit bloßen Händen beiseite geschafft werden. Der schwer verletzte Arbeiter lag den Angaben zufolge daher mehrere Minuten am Unfallort, ehe er geborgen werden konnte. Die Berufsrettung berichtete, dass bei dem 45-Jährigen schwere Kopfverletzungen und ebensolche im Bereich der Wirbelsäule festgestellt wurden, wie auch Frakturen an den Armen.

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