23. Februar 2010 10:52
Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) sieht derzeit kaum noch
Möglichkeiten, innerhalb der Justiz Personal umzuschichten. Die Gewerkschaft
fordert 430 zusätzliche Planstellen für die Justiz und droht andernfalls mit
Streik. Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) lehnt das ab und will
stattdessen über Effizienzsteigerung sprechen. Bandion-Ortner forderte dazu
am Dienstag vor dem Ministerrat konkrete Vorschläge ein.
"Konkrete Vorstellungen vermisse ich bis jetzt", sagte die
Ministerin angesprochen auf die Forderung Heinisch-Hoseks nach internen
Umschichtungen im Bereich der Justiz. "Ich sehe nicht mehr viele
Möglichkeiten, Ressourcen freizuschaufeln."
Gleichzeitig appellierte die Justizministerin an die Vertreter von Richtern,
Staatsanwälten und Justizbeamten, mit ihren Forderungen Rücksicht auf die
wirtschaftliche Situation zu nehmen. Sie akzeptiere zwar die Ergebnisse der "Personalanforderungsrechnung"
(diese wies für die Justiz einen Fehlstand von 430 Dienstposten aus, Anm.),
es sei allerdings schwer, in Krisenzeiten eine Personalaufstockung
vorzunehmen. Sie werde aber weiterhin in Gesprächen mit Vizekanzler Josef
Pröll (V) und Heinisch-Hosek mehr Personal einfordern, so Bandion-Ortner.
Pröll sagt Gespräch zu
Nach Beamtenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek (S) hat auch Finanzminister Josef Pröll (V) ein Gespräch mit
den protestierenden Richtern und Staatsanwälten zugesagt. Über zusätzliches
Personal für die Justiz will Pröll aber dabei nicht verhandeln, wie er am
Dienstag nach dem Ministerrat sagte: "Es wird ein Gespräch geben, aber nicht
zur Verhandlung, sondern zur Frage des Problemaufrisses."
Schließlich sei die wirtschaftliche Lage nicht dazu angetan, in allen
Bereich nach mehr Ressourcen zu rufen, so der Finanzminister. Bundeskanzler
Werner Faymann (S) verwies in Sachen Justizpersonal auf die Zuständigkeit
von Ressortchefin Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V). Ein
Einschreiten der Regierungsspitze hält er nicht für angebracht: "Es ist
nicht so, dass wir automatisch für alle Sachen zuständig sind."