2 Jahre für 2 Jahre für

Proteste auch in Wien

2 Jahre für "Pussy Riot"

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Moskau. Russland hat schon viele Dissidenten drakonisch bestraft – aber kein Prozess hat das Image des Putin-Staates so ruiniert wie das Verfahren gegen die Frauen-Punkband Pussy Riot.

Für zwei Jahre sollen die drei jungen Musikerinnen hinter Gittern verschwinden, urteilte Richterin Marina Syrowa am Freitag in Moskau. Die Frauen, die in einem Glaskasten stehen mussten, hätten ihre „öffentliche Missachtung der kirchlichen Ordnung bewusst geplant“. Die „Verletzung religiöser Gefühle von Gläubigen“ sei in Kauf genommen worden. Sie hätten keine Reue gezeigt. Die Untersuchungshaft von sechs Monaten werde angerechnet.

Ein weltweiter Aufschrei der Empörung folgte dem Urteil. Von Russland über Europa bis in die USA und Australien machten Menschen in sozialen Netzwerken ihrem Ärger Luft.

Spindelegger gegen Urteil: „Unverhältnismäßig“
„Eine völlig unverhältnismäßige Strafe“, betonte Freitagabend Außenminister Michael Spindelegger in der ZiB2. Immerhin sind zwei der drei jungen Russinnen Mütter kleiner Kinder. Auch Amnesty International kritisierte das Urteil: Pussy Riot seien politische Gefangene.

Ein Großaufgebot der Polizei hielt vor dem Gericht in Moskau die Fans der Frauen-Punkband in Schach. Dutzende Menschen wurden verhaftet, darunter die Oppositionsführer Sergej Udalzow und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow.
Ein Gnadengesuch an Kreml-Chef Wladimir Putin wollen die Künstlerinnen nicht stellen. „Machen Sie Witze? Natürlich nicht. Eher sollte er uns und Sie um Gnade bitten“, erklärte Nadeshda Tolokonnikowa.

Zwei Jahre Haft
 für eine Minute Gebet
Wofür wurden die Musikerinnen verurteilt? Sie hatten in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punkgebet gegen Präsident Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill aufgeführt. Das Gebet dauerte kaum eine Minute – dafür sollen sie jetzt zwei Jahre ins Frauenstraflager.

Yekaterina Samutsevich 1/17

Yekaterina Samutsevich

Maria Alekhina 2/17

Maria Alekhina

Maria Alekhina 3/17

Maria Alekhina

Yekaterina Samutsevich 4/17

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Yekaterina Samutsevich

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 7/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 8/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 9/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 10/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 11/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal 12/17

Hinter Panzerglas im Gerichtssaal

Proteste auch in Wien 13/17

Proteste auch in Wien

Proteste auch in Wien 14/17

Proteste auch in Wien

Proteste auch in Wien 15/17

Proteste auch in Wien

Proteste auch in Wien 16/17

Proteste auch in Wien

Proteste auch in Wien 17/17

Proteste auch in Wien

  Diashow

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.

Vor dem Burgtheater wurde gegen die 2-jährige Haftstrafe für die Pussy-Riot-Mitglieder demonstriert.

Proteste in Wien
Der Pussy-Riot-Prozess führte auch zu heftigen Protesten in Wien.
Wien. Etwa 150 Demonstranten waren am Donnerstagnachmittag vor dem Wiener Burg­theater auf der Straße, viele trugen knallbunte Sturmhauben als Solidaritätsbekundung. Dann begann der Tross quer durch die Innenstadt zu wandern.

Eine Handvoll Demonstranten drang dabei dann auch in den Stephansdom ein, sie reckten ihre Transparente in die Höhe und skandierten „Free Pussy Riot“. Nach nur einer halben Minute wurden sie aber von Securitys aus dem Gotteshaus geführt.
Im Unterschied zu Russland drohen den Demonstrierenden in Wien allerdings keine Konsequenzen: Eine Nachfrage bei der Polizei ergab, dass die Kirche keine Anzeige gegen die Aktivisten erstattet hat.

Wegen diesem Auftritt müssen die Drei nun hinter Gitter:

 

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