17. August 2012 08:52

Proteste auch in Wien 

2 Jahre für "Pussy Riot"

Schand-Urteil - Die drei Frauen wollen kein 
Gnadengesuch stellen.

2 Jahre für "Pussy Riot"
© AP
2 Jahre für "Pussy Riot"
© APA

Moskau. Russland hat schon viele Dissidenten drakonisch bestraft – aber kein Prozess hat das Image des Putin-Staates so ruiniert wie das Verfahren gegen die Frauen-Punkband Pussy Riot.

Für zwei Jahre sollen die drei jungen Musikerinnen hinter Gittern verschwinden, urteilte Richterin Marina Syrowa am Freitag in Moskau. Die Frauen, die in einem Glaskasten stehen mussten, hätten ihre „öffentliche Missachtung der kirchlichen Ordnung bewusst geplant“. Die „Verletzung religiöser Gefühle von Gläubigen“ sei in Kauf genommen worden. Sie hätten keine Reue gezeigt. Die Untersuchungshaft von sechs Monaten werde angerechnet.

Ein weltweiter Aufschrei der Empörung folgte dem Urteil. Von Russland über Europa bis in die USA und Australien machten Menschen in sozialen Netzwerken ihrem Ärger Luft.

Spindelegger gegen Urteil: „Unverhältnismäßig“
„Eine völlig unverhältnismäßige Strafe“, betonte Freitagabend Außenminister Michael Spindelegger in der ZiB2. Immerhin sind zwei der drei jungen Russinnen Mütter kleiner Kinder. Auch Amnesty International kritisierte das Urteil: Pussy Riot seien politische Gefangene.

Ein Großaufgebot der Polizei hielt vor dem Gericht in Moskau die Fans der Frauen-Punkband in Schach. Dutzende Menschen wurden verhaftet, darunter die Oppositionsführer Sergej Udalzow und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow.
Ein Gnadengesuch an Kreml-Chef Wladimir Putin wollen die Künstlerinnen nicht stellen. „Machen Sie Witze? Natürlich nicht. Eher sollte er uns und Sie um Gnade bitten“, erklärte Nadeshda Tolokonnikowa.

Zwei Jahre Haft
 für eine Minute Gebet
Wofür wurden die Musikerinnen verurteilt? Sie hatten in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punkgebet gegen Präsident Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill aufgeführt. Das Gebet dauerte kaum eine Minute – dafür sollen sie jetzt zwei Jahre ins Frauenstraflager.

Pussy Riot-Prozess: Alle Fotos
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Yekaterina Samutsevich
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Maria Alekhina
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Maria Alekhina
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Yekaterina Samutsevich
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Yekaterina Samutsevich
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Yekaterina Samutsevich
Hier wird am Freitag, 17. August 2012, die Punk-Band zum Gericht gebracht.
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Hinter Panzerglas im Gerichtssaal
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Proteste auch in Wien
Vor dem Burgtheater wurde gegen die 2-jährige Haftstrafe für die Pussy-Riot-Mitglieder demonstriert.
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Proteste auch in Wien
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Proteste auch in Wien
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Proteste auch in Wien
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Proteste auch in Wien

Proteste in Wien
Der Pussy-Riot-Prozess führte auch zu heftigen Protesten in Wien.
Wien. Etwa 150 Demonstranten waren am Donnerstagnachmittag vor dem Wiener Burg­theater auf der Straße, viele trugen knallbunte Sturmhauben als Solidaritätsbekundung. Dann begann der Tross quer durch die Innenstadt zu wandern.

Eine Handvoll Demonstranten drang dabei dann auch in den Stephansdom ein, sie reckten ihre Transparente in die Höhe und skandierten „Free Pussy Riot“. Nach nur einer halben Minute wurden sie aber von Securitys aus dem Gotteshaus geführt.
Im Unterschied zu Russland drohen den Demonstrierenden in Wien allerdings keine Konsequenzen: Eine Nachfrage bei der Polizei ergab, dass die Kirche keine Anzeige gegen die Aktivisten erstattet hat.

Wegen diesem Auftritt müssen die Drei nun hinter Gitter:

 

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16 Postings
mäx (GAST) meint am 18.08.2012 11:06:42 ANTWORTEN >
abgesehn davon, das protest in russland nie gut ausgeht, machen wir einen schwenk nach österreich. was passiert, wenn du als österreicher die politik des landes kritisierst und nicht strohsack heißt? stimmt, die keule wird geschwungen und man fährt auf ein paar jahre wegen angeblicher wiederbetätigung ein. sollten mal vor unserer eigenen tür kehren, auch wenn es im reich des kgbs noch heftiger zugeht. vielleicht sollte uns dieses urteil wachrütteln was meinungsfreiheit und demokratie weltweit angeht!
amsor meint am 18.08.2012 09:36:52 ANTWORTEN >
Auf dem Video sind viel mehr Personen daran beteiligt als die 3 die man jetzt verurteilt hat !
Proteste, OK, ABER ein bischen HIRN dabei hat noch nie geschadet !!!
Immerhin haben 2 von ihnen kleine Kinder, und DIE sind jetzt 2 Jahre ohne ihre (Raben)Mutter !
1) das Urteil ist eine Schande und viel zu hoch - ich hoffe sehr dass Hr. Putin & Genossen irgenwann mal dafür die Rechnung presentiert bekommen !
2) die 3 waren auch mehr als blöd !!!
karl laschnikow (GAST) meint am 18.08.2012 08:49:27 ANTWORTEN >
klar ist das urteil viel zu hoch aber es sind russinen die genau gewusst haben was ihnen in diesem land blüht wenn sie soetwas machen und lachen die ganze zeit noch, abgesehen davon müssen das ja saubere mütter sein wenn sie wissen, mit dieser aktion von ihren kindern getrennt zu werden
wir_sind_peinlich meint am 18.08.2012 05:48:18 ANTWORTEN >
putin ist eins chwein aber die welt küßt ihm den ar sch
dieses blatt ist peinlich,
Law69 (GAST) meint am 17.08.2012 19:47:42 ANTWORTEN >
Na, da hat aber wer weit übers Ziel hinausgeschossen, das gibt Arbeit für den (Staats)Anwalt!
Was sich Leute alles posten getrauen.... Unglaublich!!

Das Urteil ist leider die erwartetete Frechheit und Schande!!!
Equalizer66 meint am 18.08.2012 09:46:10
@Law69 (GAST)
Du sagst es! Auch wenn dieser unfassbare Eintrag hier gelöscht wurde, so befindet er sich nach wie vor auf dem Facebook des Betroffenen.
Außerdem habe ich natürlich diverse Screenshots gemacht!
In Österreich heißt (GAST) meint am 17.08.2012 17:00:11 ANTWORTEN >
DIESES Delikt --- Verhetzung --- !
Dieser Paragraph wurde in Österreich gegen die Nationalrätin
Susanne Winter angewendet!

Equalizer66 meint am 17.08.2012 15:11:00 ANTWORTEN >
@Jürgen Zillinger (Facebook)
Wenn Du das ernst meinst, dann gehörst Du in eine geschlossene Anstalt! Aber wenn man sich Dein Foto zu Gemüte führt, dann gibt es eigentlich keinen Zweifel!
Equalizer66 meint am 18.08.2012 10:56:12
@da zillinger (GAST)

Das wird auf seinem Facebook auch teilweise dokumentiert.
da zillinger (GAST) meint am 18.08.2012 09:36:38
ist nur braune Suppe
Equalizer66 meint am 17.08.2012 16:29:05
Na sowas, da hat doch dieser Macho seinen Eintrag wieder gelöscht ;-)))
mäx (GAST) meint am 17.08.2012 13:34:29 ANTWORTEN >
bin gespannt welche strafe putin für angemessen hält. kritik ist gut und wichtig, aber ich glaub die mädls haben übers ziel hinausgeschossen. und wie man putin kennt, mit einem fingerklopfen gibt er sich nicht zufrieden. das muss in seinen augen eine öffentliche hinrichtung sein
Law69 (GAST) meint am 17.08.2012 12:12:57 ANTWORTEN >
Wo lebt Ihr denn bitte???!!!
Da wird ein Religion bestenfalls als Deckmantel für eine diktatorische Machtdemonstration verwendet - das Urteil wird jedenfalls etwas bewegen- ich fürchte nur nichts Positives!
fehlverhalten (GAST) meint am 17.08.2012 09:42:08 ANTWORTEN >
in der ortodoxen kirche ist es so das man dort wo die tanzen nur sein darf bei einer hochzeit oder kindstaufe, ansonsten darf man den ort nicht betreten.
ich versteh kein russisch aber anscheinend haben die nicht nur über putin schlechtes gesagt sondern auch satan angesungen..... das wär natürlich aboslut fail.
meinungsfreiheit ok, aber man bedenke immer wo und wie.

kleine strafe wär vl nicht schlecht.
Radaunutten (GAST) meint am 17.08.2012 08:45:56 ANTWORTEN >
Ab in den Häfen.
Und du ... (GAST) meint am 17.08.2012 10:33:31
In die klapse. Jeder sollte gegen jede Regierung und Religion protestieren dürfen.
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