Assads Horror-Gefängnis

13.000 Tote

Assads Horror-Gefängnis

Zentrum von ­Assads Tötungsmaschine ist das Militärgefängnis Saydnaya, so Amnesty im neuesten Report. Die Hinrichtungen finden ein- oder zweimal wöchentlich statt. In Gruppen von bis zu 50 Häftlingen werden diese nachmittags aus ihren Zellen im roten Gebäude von Saydnaya geholt. Zwischen Mitternacht und drei Uhr früh werden die Gefangenen mit gefesselten Händen und verbundenen Augen in Lkws zur Hinrichtungsstelle im weißen Gebäude gefahren.

Die Delinquenten werden auf einer Plattform aufgereiht, bevor ihnen Henker Schlingen um den Hals ­legen. Die Leichen werden anschließend in Lastwagen des Militärspitals Tishreen abtransportiert. Im Spital werden die Toten registriert und schließlich in Massengräbern im Militärgebiet bei Damaskus verscharrt. Satellitenbilder zeigen neue Massengräber. Grundlage für die Todesurteile sind Schuldsprüche des Militärgerichts in al-Qaboun. Die „Prozesse“ dauern kaum länger als ein bis drei Minuten pro Person.

Amnesty geht davon aus, dass von September 2011 bis Dezember 2015 bis zu 13.000 Gefangene – meist Zivilisten – erhängt wurden. Der Report stützt sich auf Interviews mit 84 Personen, die das Todes­zentrum überlebt haben.

Seit 2011 gilt das Gefängnis als Endstation für politische Gefangene. Ein Ex-Beamter von Saydnaya berichtete Amnesty im Oktober 2016 in der Türkei: „Die Häftlinge sind Doktoren, Ingenieure, Demonstranten. Saydnaya ist der Ort, um mit den Revolutionären fertig zu werden. Er ist das Ende für sie.“ (wek)

Amnesty: UN müssen vor Ort untersuchen“

Amnesty-Österreich-Geschäftsführerin Annemarie Schlack über Syrien-Report.

ÖSTERREICH: Wie dicht sind die Beweise?

Annemarie Schlack: Die Vorwürfe basieren auf den Recherchen, die von Amnesty International über ein Jahr geführt wurden. So basiert der Bericht unter anderem auf 84 Einzelinterviews, gut zwei Drittel davon sind Menschen, die das seltene Glück hatten, aus dem berüchtigten Gefängnis zu entkommen. Weiters wurden Ex-Gefängnis- und -Regierungsbeamte interviewt. 

ÖSTERREICH: Was fordern Sie jetzt?

Schlack: Die Untersuchung aller Einrichtungen durch die UN. Ermittlungen durch den Internationalen Strafgerichtshof.

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