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Blutiger Iran: Aufstand gegen Mullahs

Protestwelle in 70 Städten, Tote, Verhaftungen

Blutiger Iran: Aufstand gegen Mullahs

Weltpolitischer Knall zu Beginn des Jahres 2018: Zehntausende gehen im Iran seit Tagen auf die Straße. Die Bilder werden immer dramatischer: Mütter, die Polizisten anschreien. Junge Studentinnen, die sich in Tränengaswolken ­Polizisten entgegenstellen. Blutende Körper, die auf dem Boden liegen.

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Die Wutwelle im Iran (80 Millionen Einwohner) könnte zur nächsten Revolution werden. Zuerst demonstrierten die Menschen gegen die triste wirtschaftliche Lage, die hohen Preise, die enorme Arbeitslosigkeit. So haben 29 Prozent der jungen Perser keinen Job. Längst richtet sich der Sturm aber auch gegen das Mullahregime, den Überwachungsstaat.

Angst vor Hunderten Toten und Massenverhaftungen

Das Regime greift hart durch, antwortet mit Wasserwerfern und Tränengas: Mindestens 21 Todesopfer haben die Proteste bisher gefordert. 450 Personen wurden verhaftet, die Zahl dürfte aber höher sein. Esmaeil Kousari, Chef der Revolutionsgarden, kündigte bereits an: „Sie werden die eiserne Faust des Regimes spüren!“ Der Vorsitzende des Revolutionsgerichts in Teheran zog für Demonstranten sogar die Todesstrafe in Erwägung: „Feindschaft gegen Gott ist ein Vergehen, auf das im Iran der Tod steht.“

Präsident gegen Hardliner: "Menschen wollen Freiheit"

Befeuert werden die Proteste durch soziale Netzwerke: „Mullahs, lasst unser Land in Ruhe“, heißt es, oder „Tod für Khamenei“ und „Wir holen uns den Iran zurück“. Rasant verbreiten sich die Nachrichten, obwohl das Land versucht, sie zu unterdrücken.

Wer hat das Sagen?

Das letzte Wort über alle politischen Entscheidungen im Iran hat der oberste religiöse Führer Ajatollah Ali Khamenei. Der vom Volk gewählte Präsident Hassan Rohani gilt zwar als offen und liberal, er muss aber die erzkonservative Politik des obersten Führers umsetzen. Erstmals seit Beginn der Proteste hat sich Khamenei zu Wort gemeldet. Er macht die „Feinde des Iran“ für die Unruhen verantwortlich. Es handle sich um eine Verschwörung, um den Iran zu unterwandern. Rohani widerspricht: „Es wäre ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung abzutun“, sagte er. „Die Menschen fordern mehr Freiheiten!“

USA wollen UNO-Sitzung

„Kompletter Unsinn“, sagt auch Nikki Haley, Botschafterin der USA bei der UNO. Die Demonstrationen seien „vollkommen spontan“. Die USA wollen in einer Dringlichkeitssitzung des UNO-­Sicherheitsrats über die Lage im Iran diskutieren. „Die UN müssen ihre Meinung sagen“, so Haley. Karl Wendl

Demo Iranischo Botschaft Wien © Twitter
Auch in Wien demonstrierten Dutzende gegen das Mullah-Regime vor der iranischen Botschaft.

Auch in Wien Proteste vor iranischer Botschaft

Ihre Solidarität mit den Protestierenden im Iran zeigten auch Demonstranten in Wien. Vor der iranischen Botschaft im 3. Wiener Gemeindebezirk versammelten sich am späten Dienstagnachmittag einige Hundert Personen zu einer friedlichen Kundgebung. Die Polizei sperrte den Bereich vor der Botschaft ab.

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Die Demonstranten forderten die Freilassung politischer Gefangener im Iran. Darüber hinaus setzen sie sich für den Ausbau der Menschenrechte sowie der Frauenrechte ein. Das Mullahregime wollen die ­Demonstranten loswerden, ebenso wie Präsident Rohani. „Er hat im Wahlkampf einen Schlüssel hochgehalten, als Symbol für die Lösung unserer Probleme“, so ein Demonstrant zu oe24.TV. „Bis jetzt hat Rohani noch kein einziges Problem gelöst.“

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