11. März 2010 13:16
MASTER: Zweiter Abschluss im neuen Studiensystem.
Zugangsvoraussetzung ist die vorherige Absolvierung eines Bachelor-Studiums.
MITGLIEDSTAATEN: Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belgien,
Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Mazedonien, Estland,
Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, der Heilige Stuhl, Irland,
Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg,
Malta, Moldau, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen,
Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei,
Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Großbritannien und
Zypern. Die Mitgliedschaft steht allen Ländern offen, die die Europäische
Kulturkonvention des Europarats unterzeichnet haben.
NATIONALER QUALIFIKATIONSRAHMEN: Durch die Schaffung von an
Lernergebnissen orientierten nationalen Qualifikationsrahmen sollen die
verschiedenen Ausbildungen vergleichbar werden.
ÖSTERREICH: Österreich ist seit dem Beginn des Bologna-Prozesses
mit dabei. Bei der Umsetzung waren die nationalen Vorgaben bis vor kurzem
besonders restriktiv: So durften etwa Bachelor-Studien nur dreijährig
eingerichtet werden.
PhD: "Doctor of Philosophy" - dritter Abschluss im neuen
Studiensystem (alternativ zum "Doktor")
SOZIALPARTNER. Als eine Art Sozialpartner sind beim Bologna-Prozess
auch beratende Mitglieder vertreten. Zu ihnen gehören der Europarat, der
Arbeitgeberverband BusinessEurope, der paneuropäische Gewerkschaftsverbund
Education International (EI), die European Association for Quality Assurance
in Higher Education (ENQA), die European Students' Union (ESU), die European
University Association (EUA), die European Association of Institutions in
Higher Education (EURASHE) und das European Centre for Higher Education
(UNESCO-CEPES).
TRANSSCRIPT OF RECORDS: Dokumentation des Studienverlaufs. Ergänzt
das Diploma Supplement um die detaillierte Auflistung von einzelnen
absolvierten Modulen. Im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes soll es die
erlangten Leistungen dokumentieren.
UMSETZUNGSPROBLEME: Probleme bei der Umsetzung gibt es vor allem bei
der Umwandlung von vierjährigen Diplom- in kürzere Bachelor-Studien. In
vielen Fächern wurden einfach alle Studieninhalte unverändert übernommen,
was zu einer Überfrachtung bzw. Verschulung der Ausbildung führte.
Bachelor-Abschlüsse werden außerdem von vielen Arbeitgebern bzw.
Standesvertretungen nicht als berufsqualifzierend angesehen.
WIDERSTAND: Der Protest vieler Studenten richtet sich neben der
Kritik an praktischen Umsetzungsproblemen vor allem gegen die Reduktion des
Studiums auf wirtschaftliche und berufsbezogene Kriterien. Das dreistufige
Studiensystem führe außerdem zu "erhöhter sozialer Selektion",
Master- und PhD-Programme würden sich zu einem "Eliteprogramm"
verdünnen, heißt es etwa auf der Protestseite "http://bolognaburns.org".
ZUKUNFT: Schwerpunkt des Zeitraums bis 2020 ist die vollständige
Umsetzung aller Bologna-Ziele, insbesondere im Bereich der
Studienarchitektur, der Qualitätssicherung, der Anerkennung, der
Beschäftigungsfähigkeit und der Relevanz der Abschlüsse für den
Arbeitsmarkt, der Stärkung der sozialen Dimension sowie im Bereich des
lebenslangen Lernens und der internationalen Kooperation. Bis 2020 sollen
mindestens 20 Prozent der Graduierten im Europäischen Hochschulraum einen
studienrelevanten Auslandsaufenthalt absolviert haben. Die nächste Konferenz
findet 2012 in Bukarest statt.