Britischer Ökonom:

Kolossaler Fehler

Britischer Ökonom: "Merkel rettet die Falschen"

Kritik dürfte Angela Merkel inzwischen gewohnt sein, schließlich spart niemand mit schweren Vorwürfen gegen die einstige „Retterin des Euros“. Die Sympathiewerte sinken ins Bodenlose, Protestparteien, wie die AfD gewinnen immer mehr an Einfluss und zu allem Übel macht es den Anschein, dass der Koalitionspartner SPD mehr hinter der Kanzlerin steht als ihre eigene Heimatpartei CDU/CSU.

„Die heilige Merkel gegen die Rassisten“

Auch international musste sie einiges einstecken. Jetzt holt ein britischer Ökonom der renommierten Oxford-Universität, Paul Collier, zum Rundumschlag gegen Angela Merkel aus. Ihre Flüchtlingspolitik sei falsch. Ihr Umgang mit der Krise im Nahen Osten sei naiv und der öffentliche Diskurs sei eine Schwarz-Weiß-Malerei. „Die heilige Merkel gegen die Rassisten. Ich halte das für diffamierend“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Die von Merkel betriebene Willkommenskultur ging nach hinten los. Collier bezeichnete die deutsche Entscheidung, den Flüchtlingsstrom nicht zu unterbinden, als „kolossalen Fehler“. Nicht nur habe sie keinerlei Maßnahmen und Vorbereitungen getroffen, um diese Masse an Menschen versorgen zu können, sie habe auch moralisch verwerflich gehandelt.

Merkel spielt Russisch Roulette

Sie habe den Menschen signalisiert, Deutschland heiße sie willkommen und sie dadurch zu der gefährlichen Flucht ermutigt. Der Ökonom vergleicht das mit russischem Roulette. „Such dir einen Schlepper, und hoffe, dass dein Boot nicht untergeht“, spottet Collier sarkastisch. Zudem meint er, dass die Hilfe Deutschlands den Falschen zugutekomme. Es sind nicht die jungen Männer, die gerettet werden müssen. Immerhin seien diese „wohlhabend genug, um Tausende von Euro an Schlepper zu zahlen“. Zudem würden genau diese jungen Kräfte fehlen, um beim Wiederaufbau Syriens zu helfen.

Gefahr für Solidarität

Außerdem zweifelt er daran, dass sich der Traum der Integration dieser Million Flüchtlinge erfüllen werde. „Es gibt klare Anzeichen dafür, dass die Solidarität in Gesellschaften mit hohem Einwandereranteil rapide abnimmt“, meint er. Der Brite glaubt die Lösung zu haben. Anstatt zu warten bis die „Stärksten der Starken“ an die deutsche Grenze stoßen, solle man Flüge organisieren, die Schutzsuchende aus den völlig überfüllten Lagern in Jordanien und im Libanon nach Europa holen. So erreicht die Hilfe diejenigen, die sie auch am Nötigsten brauchen. Außerdem müsse man genau diesen Ländern finanziell unter die Arme greifen. Würden die Menschen dort gut versorgt werden, hätten sie es nicht nötig, den mühsamen und gefährlichen Weg über das Mittelmeer und den Balkan zu wählen. 

Wann oder ob es überhaupt jemals einen solchen Richtungswechsel in der deutschen Politik geben wird, ist nicht vorhersehbar. Optimistisch ist Collier jedoch nicht. Trocken hält er fest: „Deutschland hat die Unterstützung für Jordanien vor zwei Jahren sogar halbiert.“

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