Das Doppelleben des Terror-Bombers Das Doppelleben des Terror-Bombers

Perfekte Familie

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Das Doppelleben des Terror-Bombers

Er hatte einen Uni-Abschluss, eine junge, hübsche Frau, zwei entzückende Kinder und ein Häuschen in einem netten Städtchen bei New York.

Jetzt enthüllen die Ermittlungen des FBI: Das Bomben-Hirn vom Times Square führte ein perfektes Doppelleben. Neben seinem Wohnsitz in New York war er auch in Pakistan wohnhaft. In einer Taliban-Hochburg im Norden des Landes soll er im Umgang mit Sprengstoff und Bomben geschult worden sein. Das gab der Verdächtige in ersten Verhören zu. Der 30-Jährige wurde offiziell wegen Terrorismus angeklagt.

Vom Einwanderer-Kind zur Musterfamilie mit Häuschen
Die Biografie des Bombers: Geboren wurde Shahzad in Pakistan, als Sohn eines hochrangigen Offiziers der Luftwaffe. In Saudi-Arabien besuchte er die Volksschule, Anfang der 90er Jahre bekam er schließlich ein Studentenvisum für die USA. 1997 und 1998 studierte Shahzad Marketing in Washington, seine Noten ließen zu wünschen übrig. Nach seiner Übersiedlung in das Städtchen Bridgeport wurde er zum Computerfachmann – ein Job, der ihm mehr lag.

Im Jahr 2004 lernte Shahzad Huma Mian kennen, eine Einwanderin aus Pakistan, die in Colorado aufwuchs. Die beiden bauten sich ein perfektes amerikanisches Leben auf – eine Musterfamilie. „Die Kinder sprachen perfekt englisch, die Frau war immer richtig nett“, so Nachbar Johnny Wright, 60.

Aber es gab auch andere Beobachtungen. Vor allem in letzter Zeit, als er sich mit Schulden herumplagen musste (sogar eine Strom-Firma klagte ihn im Vorjahr).

„Man konnte irgendwie sehen, dass er etwas verheimlicht“, so Lorenzo Patel, 32. „Er ging oft alleine außer Haus, zu sehr ungewöhnlichen Zeiten.“

In dieser Zeit dürfte Shahzad Kontakt zu Extremisten aufgebaut haben. Bis vergangenen Februar war er fünf Monate in Pakistan. Seine Frau und seine beiden Kinder hatte er mitgenommen, sie sind noch immer in Karachi.

Im Umfeld Shahzads gab es mehrere Festnahmen. Auch ein Schwager des NY-Bombers ist dabei. Ermittler glauben, der Familienvater könnte Mitglied der Terror-Gruppe Tehrik-e- Taliban gewesen sein.

Times-Square-Attentäter Faisal Shahzad wäre dem FBI beinahe entkommen
Der scheinbare Fahndungserfolg des FBI entpuppt sich beim näheren Hinsehen wieder einmal als eine für die US-Behörden mehr als peinliche Pannenserie:

  • Spur verloren
    Obwohl das FBI den Attentäter Faisal Shahzad längst identifiziert und seinen Aufenthaltsort herausgefunden hatten, schlug die konkrete Beschattung fehl: Die Polizisten verloren ihn kurz vor dessen geplantem Abflug vom John-F.-Kennedy-Airport.
  • Einchecken trotz Flugverbots
    Der Name von Faisal Shahzad stand schon seit zehn Stunden auf der Liste jener Personen, über die Flugverbot verhängt wurde. Und trotzdem konnte der Pakistan-stämmige US-Bürger in den Emirates-Flug 202 nach Dubai (und später Islamabad) einchecken. Erst auf der Startbahn konnte der Jet im letzten Augenblick gestoppt werden.

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