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Video zum Thema Zwei Geiselnehmer und eine Geisel in Nordfrankreich getötet
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Pfarrer geköpft

ISIS bekennt sich zu Anschlag in Kirche

Frankreich kommt nicht zur Ruhe: In einer Kirche nehmen zwei Angreifer Geiseln, töten den Priester. Präsident Hollande spricht von einem neuen Terroranschlag - keine zwei Wochen nach der Lastwagen-Attacke von Nizza. Unterdessen bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Anschlag. Es habe sich um "zwei Soldaten" des IS gehandelt.

Die beiden von der Polizei erschossenen Angreifer seien "Soldaten des Islamischen Staates" gewesen, erklärte die IS-nahe Agentur Amaq am Dienstag. Ein Mann wurde im Zusammenhang mit der Tat bereits festgenommen. Ermittlerkreise machten am Dienstag zunächst weder Angaben zur Identität des Mannes, noch zum Grund der Festnahme.

Terroristen filmten die Hinrichtung

Eine Augenzeugin hat die Tötung eines Priesters in Saint-Etienne-du-Rouvray mit einer Hinrichtung verglichen. "Sie haben ihn auf die Knie gezwungen", sagte die Nonne am Dienstag dem Sender RMC. "Er hat versucht, sich zu verteidigen, und dann hat das Drama begonnen."

Demnach filmten die Täter die Szene. "Sie haben am Altar so etwas wie eine Predigt auf Arabisch gehalten. Es war ein Horror", sagte die Frau. Der getötete Priester sei ein außergewöhnlicher Mensch gewesen.

Sie sei unbemerkt geflohen, als einer der Täter dem anderen ein Messer gereicht habe, sagte die Nonne. Die als "Schwester Danielle" bezeichnete Frau alarmierte daraufhin nach eigenen Angaben einen Autofahrer.
 

Terror-Liste
Einer der beiden IS-Attentäter, sei der Polizei bekannt gewesen. Er wollte 2015 nach Syrien reisen. Danach sei er wegen Verbindungen zu einer terroristischen Vereinigung vorläufig festgenommen worden. Später sei er mit einer Fußfessel entlassen werden, hieß es am Dienstag in "DH".
 

Priester ermordet
Die tödliche Geiselnahme in einer französischen Kirche war nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande ein Terroranschlag. Der Priester sei von zwei Terroristen ermordet worden, die sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat berufen hätten, sagte Hollande am Dienstag bei einem Besuch am Tatort in der Nähe von Rouen. Details nannte er nicht.

Die Angreifer waren am Dienstagvormittag in die Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray eingedrungen und hatten fünf Geiseln genommen. Sie schnitten dem 84-jährigen Priester die Kehle durch. Eine weitere Geisel wurde sehr schwer verletzt und schwebe "zwischen Leben und Tod", sagte der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet.

Täter erschossen
Die Polizei erschoss die beiden Täter, als sie das Gotteshaus verließen - unter welchen Umständen, ist noch unklar. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Nach Angaben Brandets waren die Angreifer während oder am Ende der Morgenmesse in die Kirche gekommen.

"Ich schreie zu Gott", teilte der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun mit. Frankreichs Premierminister Manuel Valls verurteilte eine "barbarische Attacke". "Ganz Frankreich und alle Katholiken sind verletzt worden. Wir stehen zusammen", schrieb er auf Twitter. Staatschef Hollande versprach den französischen Katholiken seine Unterstützung und setzte für Mittwoch ein Treffen mit den Vertretern der Glaubensgemeinschaften an. "Was diese Terroristen wollen, ist uns zu spalten."

"Sinnlose Gewalt"
Papst Franziskus verurteilte die Geiselnahme als "sinnlose Gewalt". "Der Papst ist informiert und nimmt teil am Schmerz und am Grauen dieser sinnlosen Gewalt und verurteilt jede Form von Hass auf das Schärfste", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Dienstag.

"Wir sind besonders betroffen, weil diese entsetzliche Gewalt mit der barbarischen Ermordung eines Priesters und mit der Beteiligung von Gläubigen in einer Kirche stattgefunden hat, einem heiligen Ort, wo die Liebe Gottes verkündet wird", sagte Lombardi.

Noch bevor sich Hollande zur Motivation der Täter äußerte, kamen Spekulationen über einen islamistischen Hintergrund auf. Der Anschlag "trägt ganz klar die Handschrift des IS" erklärte Georges Fenech, der Präsident der parlamentarischen Untersuchungskommission zu den Attentaten 2015.

Wieder Frankreich
Frankreich war in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder das Ziel schwerer Anschläge. Zuletzt tötete ein 31-Jähriger 84 Menschen, als er am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Strandboulevard von Nizza raste. Die Polizei erschoss den Mann. Seit den verheerenden Pariser Terrorattacken vom 13. November gilt im Land der Ausnahmezustand, in Paris patrouillieren teilweise schwer bewaffnete Soldaten.
 

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