Jagd auf Randalierer mit mobiler Leinwand

London-Randale

Jagd auf Randalierer mit mobiler Leinwand

Die Krawalle in Großbritannien haben erneut ein Todesopfer gefordert. Ein 68 Jahre alter Mann starb kurz vor Mitternacht an seinen bei den Unruhen in London erlittenen Verletzungen. Wie Scotland Yard nach Medienberichten in der Nacht zum Freitag mitteilte, seien Mordermittlungen eingeleitet worden. Der 68-Jährige sei am Montag im Londoner Stadtteil Ealing attackiert worden, als er ein Feuer löschen wollte. Der Mann hatte schwere Kopfverletzungen erlitten.

Diashow Verhaftungswelle nach Randale in London

Verhaftungswelle nach Krawallen in England

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Verhaftungswelle nach Krawallen in England

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Verhaftungswelle nach Krawallen in England

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Verhaftungswelle nach Krawallen in England

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Jagd auf Randalierer mit mobiler Leinwand

Bei ihrer Fahndung nach flüchtigen Plünderern und Randalierern setzt die Polizei inzwischen auf eine mobile Leinwand. Über den sechs Quadratmeter großen Bildschirm, der auf einem Kleinbus befestigt ist, suchen die Ermittler mit Hilfe von Bildern aus Überwachungskameras nach Verdächtigen. Am Freitag war das Fahrzeug in Birmingham unterwegs, wo es an mehreren öffentlichen Plätzen Station machte. In der zweitgrößten britischen Stadt sollen so in den nächsten Tagen abwechselnd mehr als 50 Aufnahmen der Gesichter von mutmaßlichen Krawallmachern gezeigt werden.

Bereits am Donnerstag, als das Fahrzeug zum ersten Mal unterwegs war, habe es eine "großartige Resonanz" in der Bevölkerung gegeben. Über 500 Hinweise seien telefonisch oder per E-Mail bei der Polizei eingegangen. Landesweit wurden bereits 1.600 Tatverdächtige festgenommen.

Debatte um milde Urteile für jugendliche Randalierer
Um den Umgang mit den meist jugendlichen Krawallmachern ist unterdessen eine innenpolitische Kontroverse entbrannt: Obwohl Premierminister David Cameron im britischen Unterhaus noch gestern hartes Vorgehen gegen die Randalierer und Plünderer versprochen hatte, sind viele der jugendlichen Krawallmacher inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Während sich Polizei und Öffentlichkeit schockiert zeigen, steht der Justizminister hinter der Entscheidung seiner Richter.

Rund die Hälfte der mutmaßlichen Täter ist unter 18
Im Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen hat die Polizei alleine in London 1009 Menschen verhaftet, berichtet die Zeitung The Telegraph. 240 Personen wurden bisher angeklagt, die Hälfte davon sind unter 18. Viele dieser Jugendlichen kamen nach britischen Medienberichten ohne Haftstrafen davon.

Zwei Zwölfjährige in Manchester unter Auflagen frei
In Manchester sind zwei Zwölfjährige, die sich an den Plünderungen und Randalen beteiligt haben, gegen Auflagen vom Gericht auf freien Fuß gesetzt worden. Sie müssen sich nun einem speziellen Coaching ("Referral order") für jugendliche Straftäter unterziehen, an dem neben ihren Erziehungsberechtigten und Sozialarbeitern auch die Opfer teilnehmen können. Auch ein 16-Jähriger und eine 15-Jährige kamen mit dieser Maßnahme, die in Großbritannien für 10 bis 17-Jährige Ersttäter vorgesehen ist, davon.

Justizminister verteidigt Entscheidungen der Gerichte

Premier Cameron hatte den jugendlichen Randalierern wiederholt die volle Härte des Gesetzes in Aussicht gestellt: "Wer alt genug ist, um eine Straftat zu begehen, ist auch alt genug, um die Konsequenzen zu tragen", sagte er gestern gegenüber britischen Medien. Kein Krawallmacher sollte laut dem britischen Regierungschef schnell wieder auf freien Fuß gesetzt werden, im Notfall müssten dazu eben die Gesetze verschärft werden, betonte Cameron im Parlament. Der konservative Justizminister Kenneth Clarke verteidigte allerdings die milden Urteile der Gerichte und sprach sich klar gegen strengere Gesetze aus.

Autor: Daniel Kortschak
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