Massive Streiks legen Griechenland lahm

Behinderungen

Massive Streiks legen Griechenland lahm

Mit dem ersten Generalstreik seit dem Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten Lucas Papademos haben am Donnerstag tausende Griechen gegen weitere Einsparungen protestiert. Vor allem im öffentlichen Nahverkehr und im Fährverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen. Züge und die Athener Vorstadtbahn sowie die Fähren fuhren nicht. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Schulen wurden ebenfalls für 24 Stunden bestreikt. Ärzte behandelten in staatlichen Krankenhäusern nur Notfälle, wie ihr Verband mitteilte.

Normaler Flugverkehr
Der Flugverkehr findet dagegen nach Angaben des Flughafens Athens normal statt. Die Fluglotsen nehmen am Streik nicht teil, um dem Tourismus keinen Schlag zu verpassen, hieß es seitens ihrer Gewerkschaft. Auch die zwei wichtigsten U-Bahnen von Athen fuhren normal.

Um die Mittagszeit versammelten sich vor dem Parlament von Athen nach ersten Schätzungen der Polizei rund 20.000 Menschen und demonstrierten gegen die Sparpolitik. Auch in anderen Städten des Landes wie in der Hafenstadt Thessaloniki gingen einige tausende Menschen auf die Straße, berichteten Reporter vor Ort.

Erster Streik nach Papademos
Es ist der erste umfangreiche Streik seit dem Start der Übergangsregierung unter dem Finanzexperten  Papademos Anfang November. Papademos hat wiederholt erklärt, er werde alle nötigen Reformen und schmerzhafte Maßnahmen in die Tat umsetzen, um das Land vorm Bankrott zu retten.

Viele Beobachter äußerten die Ansicht, dass der Streik kaum etwas bewirken werde, da der Staat am Tropf der Geldgeber hängt und die Sparpolitik von der EU, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgegeben ist.

30.000 Beamten droht Kündigung
Zu dem Streik haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen (ADEDY) und des privaten (GSEE) Bereichs aufgerufen. Die Regierung hat zur Entlastung der klammen Staatskasse ein Programm zur Verschlankung des Staates eingeleitet. Rund 30.000 Staatsbedienstete sollen in den nächsten Monaten entlassen werden.

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