Neue Gewalt bei Demonstrationen

Tunesien

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Neue Gewalt bei Demonstrationen

Bei gewaltsamen Protesten nach dem Tod eines Arbeitslosen in Tunesien ist ein Polizist ums Leben gekommen. Der 25-Jährige war am Mittwochabend mit seinem Auto umgekippt, als er Demonstranten in Feriana im Zentrum des Landes auseinandertreiben wollte, verlautete am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Das Innenministerium bestätigte seinen Tod "in der Folge von Zusammenstößen".

Acht Polizisten verletzt
Feriana liegt wenige Kilometer von Kasserine entfernt, wo sich am Mittwoch den zweiten Tag in Folge Sicherheitskräfte und Demonstranten Straßenschlachten lieferten. Nach Angaben von Augenzeugen errichteten einige Demonstranten Barrikaden aus brennenden Autoreifen und warfen Steine auf die Polizei. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt und Warnschüsse abgegeben. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden in Kasserine acht Polizisten verletzt.

Arbeitsloser verstorben
Die Lage ist angespannt, seit am Samstag ein 28-jähriger Arbeitsloser durch einen Stromschlag starb. Der Mann war vor dem Gouverneurssitz von Kasserine auf einen Mast geklettert, um gegen seine Streichung von einer Einstellungsliste für den öffentlichen Dienst zu protestieren. Seit Sonntag brannten in der Stadt immer wieder Autoreifen.

Am Mittwoch griffen die Proteste auf andere Städte über. In Tunis gingen knapp 150 Menschen auf die Straße, auch in Sousse im östlichen Zentrum Tunesiens und in El Fahs südwestlich von Tunis gab es laut örtlichen Medien Demonstrationen.

Hohe Arbeitslosigkeit
Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit in Tunesien bei mehr als 15 Prozent. Von den Uni-Absolventen ist sogar jeder dritte ohne Job. Staatschef Beji Caid Essebsi erklärte am Mittwoch, die Regierung habe das Land in einer sehr schwierigen Lage übernommen. Die Bevölkerung müsse ihr nun Zeit für Verbesserungen lassen.

5000 neue Stellen
Regierungssprecher Khaled Chouket kündigte für die besonders arme Region Kasserine eine Reihe von Maßnahmen an, darunter die Schaffung von 5000 neuen Stellen und die Bereitstellung von 135 Millionen Dinar (60 Millionen Euro) für den Bau von 1.000 Sozialwohnungen.

Gewaltvolle Proteste
Seit dem Volksaufstand des Jahres 2011, der zum Sturz von Staatschef Zine El Abidine Ben Ali führte, gibt es in Tunesien immer wieder Proteste gegen die prekäre Lage, die bereits häufiger in Gewalt umschlugen. Der Aufstand hatte im Dezember 2010 mit Protesten in Sidi Bouzid in der Nähe von Kasserine begonnen, nachdem sich ein Obstverkäufer aus Verzweiflung selbst verbrannt hatte. Tunesien wurde dadurch zum Geburtsland des sogenannten Arabischen Frühlings.
 

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