Nordkorea bereitet dritten Atom-Test vor

Pressebericht

Nordkorea bereitet dritten Atom-Test vor

Nordkorea bereitet einem Pressebericht zufolge einen neuen Atom-Test vor. Der Test könnte im Mai oder Juni erfolgen, berichtete der südkoreanische Sender "YTN" am Dienstag unter Berufung auf Diplomaten-Kreise. Die Vorbereitungen hätten bereits im Februar begonnen und seien technisch deutlich ausgereifter als bei den beiden bisherigen Versuchen. Südkorea bestätigte den Bericht offiziell nicht. Bei Vorbereitungen für einen Atom-Test gäbe es Begleitumstände, die man erkennen könne, sagte Außenminister Yu Myung-hwan. Darüber lägen jedoch keine Informationen vor.

Nordkorea will nicht verhandeln
Ein Test könnte Nordkoreas Fähigkeit zum Bau von Atom-Waffen verbessern. Allerdings würde das Land dabei seinen Vorrat an spaltbarem Material verringern, der nach Experteneinschätzung für sechs bis acht Bomben reicht. Der zweite und bisher letzte Atombomben-Test fand im Mai des vergangenen Jahres statt. Daraufhin hatte der UN-Sicherheitsrat seine Sanktionen gegen das weitgehend abgeschottete Land verschärft.

US-Präsident Barack Obama forderte die Regierung in Pjöngjang vor wenigen Tagen zur Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über ihr umstrittenes Atomprogramm auf. Nordkorea sperrt sich seit mehr als einem Jahr gegen die Verhandlungen mit den USA, Südkorea, China, Japan und Russland. Für eine Teilnahme verlangt die Regierung unter anderem ein Ende der Sanktionen.

Kim Jong-Il in China erwartet
Das arme Land ist jedoch auf internationale Hilfe angewiesen, die vom Fortschritt solcher Gespräche abhängt. Korea-Experten wie Lee Jong Won von der Rikkyo-Universität in Japan gehen davon aus, dass Nordkorea mit einem solchen Test versuchen könnte, von den USA und China Zugeständnisse zu erpressen. Machthaber Kim Jong-il wird in Kürze beim Verbündeten China erwartet. Dort könnte er versuchen, Gegenleistungen für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zu erreichen.

Die bisherigen Atom-Tests haben das Image von Machthaber Kim innerhalb der eigenen Streitkräfte kräftig angehoben. Seine Führung war im vergangenem Jahr durch eine fehlgeschlagene Währungsumstellung auf die Probe gestellt worden. Die Preise für Lebensmittel waren gestiegen, vereinzelt kam es zu Unruhen.

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