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Vorräte reichen

Nordkorea kann eine Atombombe bauen

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Plutonium aus 8.000 Kernbrennstäben reicht für eine Atombombe.

Nordkorea hat beim Ausbau seines Atomwaffenarsenals nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte gemacht. 8.000 abgebrannte Nuklearbrennstäbe seien in der Atomanlage Yongbyon wiederaufbereitet worden, wodurch die Herstellung atomwaffenfähigen Plutoniums erheblich vorangekommen sei, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag mit. Nach Einschätzung von Experten könnte das kommunistisch regierte Land aus den Brennstäben genügend Material für den Bau mindestens einer zusätzlichen Atomwaffe gewinnen. Bisher habe Nordkorea über ausreichend Material für etwa sechs bis acht Bomben verfügt.

Professor Yang Moo Jin von der südkoreanischen Universität für Nordkorea-Studien vermutete, mit der Bekanntgabe wolle das international isolierte Land sich besser positionieren für künftige Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft über sein Atomprogramm.

USA zu Gesprächen aufgefordert
Am Montag hatte Nordkorea die USA zu direkten Gesprächen über sein Atomprogramm aufgefordert. Beide Länder müssten sich an einen Tisch setzen, um eine vernünftige Lösung zu finden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Zugleich sei Nordkorea bereit, die Sechs-Parteien-Gespräche über seine atomare Abrüstung wieder aufzunehmen. Nun seien die USA am Zug, eine Entscheidung zu treffen.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte sich unlängst grundsätzlich bereiterklärt, die Atomverhandlungen mit den USA, Südkorea, China, Japan und Russland wieder aufzunehmen. Als Voraussetzung nannte Machthaber Kim Jong Il aber bilaterale Gespräche mit den USA.

Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche vor einem halben Jahr für tot erklärt, nachdem sich das Land im Dezember davon zurückgezogen hatte. Mit seinem zweiten Atomtest und mehreren Raketentests hat Nordkorea in den vergangenen Monaten einen Konfrontationskurs gefahren und ist erst in jüngster Zeit wieder auf eine gemäßigtere Wortwahl umgeschwenkt.

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