Röntgensatellit

"Rosat" abgestürzt: Ort unbekannt

Der ausgediente deutsche Röntgensatellit Rosat ist Sonntag früh abgestürzt. Er sei zwischen  3.45 und 4.15 Uhr (MESZ) in die Erdatmosphäre eingetreten, teilte das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt mit. Zunächst lagen dem DLR keine Angaben darüber vor, ob Teile des 2,5 Tonnen schweren Satelliten die Erdoberfläche getroffen haben. "Rosat ist der erste deutsche Satellit, der in diese Situation geraten ist", sagte DLR-Pressesprecher Andreas Schütz. "Jährlich treten 60 bis 90 Tonnen Weltraumschrott in die Erdatmosphäre ein."

Berichte, der Satellit sei während der Eintrittszeit über Teile Asiens und den Indischen Ozean geschwebt und seine Trümmer seien in dieses Meer gefallen, wollte das DLR am Sonntag nicht bestätigen. "Wir rechnen mit Daten unserer Partneragenturen in den kommenden Tagen", sagte Schütz. Zunächst müssten noch Messergebnisse ausgewertet werden.

Kurz vor dem Eintritt des Satelliten in die Erdatmosphäre hatte das DLR einen Absturz über Europa, Afrika und Australien ausgeschlossen. Experten hatten zuvor schon erklärt, dass sie kein Unheil durch den Satelliten erwarteten, auch wenn nicht alle Teile bei dem rasanten Sturz durch die Atmosphäre verglühen. Die Wahrscheinlichkeit eines größeren Schadens wurde äußerst gering eingeschätzt.

Der Röntgensatellit Rosat war im Juni 1990 von Florida aus ins All gestartet, um den Himmel mit einem Teleskop auf Quellen von Röntgenstrahlen abzusuchen. Da die Erdatmosphäre Röntgenstrahlen absorbiert, kann man die Strahlen nicht von der Erde aus untersuchen. Der Satellit lieferte 1990 das erste Röntgenbild vom Mond, schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie zur Erde und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Darüber hinaus hat Rosat zahlreiche Reste von Supernova-Explosionen entdeckt. Statt der ursprünglich geplanten 18 Monate war Rosat neun Jahre im Einsatz, dann fiel ein Sensor aus, der Satellit wurde irreparabel beschädigt. Daraufhin wurde das Gerät abgeschaltet.

Im September hatte der busgroße Satellit UARS für Aufregung gesorgt, dessen Trümmer dann aber folgenlos im Pazifik abgetaucht waren. Satelliten fallen häufig vom Himmel. Allein im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Leiters des Weltraumschrott-Büros der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Heiner Klinkrad, 22 Satelliten unkontrolliert in die Erdatmosphäre eingetreten. Bisher sei in der mehr als 50-jährigen Weltraumgeschichte kein einziger Mensch zu Schaden gekommen.

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