So wollen sich Frauen gegen Sex-Mobs wehren

Hass im Netz

So wollen sich Frauen gegen Sex-Mobs wehren

Immer öfter werden Frauen im Internet bedroht und beleidigt. Gut organisierte Mobs drohen ihnen mit Vergewaltigung, Demütigung oder Gewalttaten. Durch Meldesysteme lassen sich diese Drohungen nur schwer abschütteln, weswegen nun neue Methoden der Gegenwehr erprobt werden.

Konter gegen den Hass
Sowohl Michelle Ferrier aus den USA als auch die Deutsche Kübra Gümüsay wurden schon des Öfteren im Netz bedroht. Doch sie wollen dem Hass kontern: Ferrier bietet deswegen mit ihrem Projekt "Trollbusters" eine Online-Anlaufstelle für Frauen.

Gümüsay hingegen hielt auf der Netzkonferenz re:publica gemeinsam mit der Aktivistin und Publizistin Anne Wizorek einen Vortrag namens "Organisierte Liebe". Jede dieser Frauen fordert mehr Unterstützung für die Opfer von Online-Hetze.

Mob-Mentalität
"Wir brauchen ein Gegengewicht, um den Hass zu neutralisieren, den es im Netz gibt", erklärte Gümüsay laut "Spiegel"-Informationen. Da im Internet vor allem lautstark geschrien und gehasst werde, müsse man auch positive Reaktionen ebenso laut verlautbaren.

Auch Ferrier hat festgestellt, dass es im Internet eine "regelrechte Mob-Mentalität" gibt. Angreifer würden sich in Foren absprechen und gezielt einzelne Frauen ins Visier nehmen.

Mit Liebe gegen den Hass
Selbstverständlich ist sich Gümüsay darüber bewusst, dass nett sein alleine das komplexe Problem nicht lösen kann. Dennoch solle den Opfern solcher Attacken gezeigt werden, dass sie mit den Drohungen und Beleidigungen nicht alleine gelassen werden. "Genauso wie unsere Gegner ihren organisierten Hass als politisches Werkzeug begreifen, müssen wir durch organisierte Liebe dagegenhalten", sagte sie.

Obwohl sich soziale Netzwerke stark auf Troll konzentrieren - man kann Beiträge blockieren oder Profile melden - bleiben Opfer des Internet-Hasses letztendlich mit ihren Problemen allein. Deshalb hat Ferrier Trollbusters ins Leben gerufen.

Trollbusters
"Trollbusters bietet eine der wenigen Plattformen, die Technologie benutzen, um den Opfern zu helfen und Unterstützung für sie zu organisieren. Wir bauen eine Schutzmauer um sie", erklärte die Amerikanerin. Auf ihrer Website können sich belästigte Frauen melden oder auch auf Online-Diskussionen aufmerksam machen, in denen Frauen und Minderheiten angefeindet werden.

Ein virtuelles SOS-Team greift daraufhin in die Diskussionen ein: Positive Nachrichten an die Mobbing-Opfer und Tipps, wie man seine Accounts gegen Angriffe von außen sicher macht, sollen die betroffenen Frauen stärken. Außerdem werden die Betroffenen kontaktiert, sie bekommen Hilfe angeboten.

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