Spione bekennen sich schuldig Spione bekennen sich schuldig

Weg für Tausch frei

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Spione bekennen sich schuldig

In der Spionageaffäre zwischen Russland und den USA ist der wegen Hochverrats verurteilte Moskauer Nuklearexperte Igor Sutjagin Medienberichten zufolge nach Wien ausgeflogen worden. Der 45-Jährige sei in der österreichischen Hauptstadt eingetroffen, sagte der russische Menschenrechtler Ernst Tschorny am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Igor Sutjagin, (c) Reuters

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Es verdichteten sich aber die Anzeichen für einen spektakulären Agentenaustausch zwischen Russland und den USA. Medien in beiden Ländern hatten übereinstimmend berichtet, dass Moskau mehrere Verdächtige freitauschen wolle, die Ende Juni vom FBI unter Spionageverdacht in den USA festgenommen worden waren. Mit weiteren in Russland verurteilten US-Spionen sollten offenbar insgesamt vier Personen gegen die zehn mutmaßlichen russischen Agenten ausgetauscht werden.

Der Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia, sagte zum angeblichen Eintreffen Sutjagins in Wien: "Wir können das weder bestätigen noch dementieren, weil wir es nicht wissen." Auch der Sprecher des Außenamtes, Peter Launsky-Tieffenthal, bestätige die Berichte weder, noch dementierte er sie.

Sutjagin nach London gebracht
Schon zuvor hatte Gollia zu dem angeblichen Agentenaustausch erklärt: "Für uns ist das auch nur ein Gerücht aus Redaktionen." Auf die Frage, ob ein Agentenaustausch in Wien von den österreichischen Behörden unbemerkt über die Bühne gehen könnte, erklärte Gollia: "Zu einem fiktiven Vorgang kann ich nichts sagen." Sollte Wien lediglich als Transitland für den Agentenaustausch dienen, so "hängt das von den Umständen ab", ob dies unbemerkt bleiben könnte.

Tschorny berief sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters auf Sutjagins Vater. Dieser sei von einem westlichen Fernsehsender angerufen worden, sagte Tschorny. Dem Vater sei gesagt worden, Igor Sutjagin sei in Wien gesehen worden, als er aus dem Flugzeug stieg; er sei von einem britischen Offizier empfangen worden. Der Atomforscher soll offenbar von einem Angehörigen eines britischen Geheimdienstes nach London gebracht werden, wo der eigentliche Austausch stattfinden soll.

Spione bekennen sich schuldig
Die zehn mutmaßlichen russischen Spione haben sich am Donnerstag vor einem US-Bundesgericht in New York für schuldig erklärt. Das Schuldbekenntnis könnte den Weg zu dem größten russisch-amerikanischen Agentenaustausch seit dem Kalten Krieg ebnen. Die Angeklagten waren in der vergangenen Woche festgenommen worden.

Nach ihrem Schuldbekenntnis werden sie abgeschoben. Die Agenten würden mit sofortiger Wirkung ausgewiesen und dürften nie wieder versuchen zurückzukehren, sagte ein Richter am Donnerstag in New York. Wie die Verteidiger der Angeklagten und ein Staatsanwalt sagten, können die Beschuldigten nun vermutlich nach Russland heimkehren.

Russland lässt vier Personen frei
Russland wird nach Angaben der US-Regierung im Austausch gegen die zehn in den USA festgenommene mutmaßliche russische Spione vier Häftlinge freilassen. Den Angaben zufolge handelt es sich um vier Personen, die wegen Kontakts zu westlichen Geheimdiensten verurteilt worden waren. Einer von ihnen ist Sutjagin.

Sutjagin war 2004 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er russische Geheimunterlagen über eine CIA-Tarnfirma in Großbritannien an die USA weitergegeben haben soll. Er hat laut Agentur AFP ein Schuldeingeständnis unterschrieben und damit den Weg für eine Überstellung an die USA freigemacht. Als weitere Häftlinge, die angeblich eingetauscht werden sollen, nannte die renommierte russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag die als Doppelagenten verurteilten Alexander Saporoschski und Alexander Sypatschow sowie Sergej Skripal, die auch für den CIA spioniert haben sollen.

Chapman zurück nach Moskau
Umgekehrt soll die in den USA als mutmaßliche Spionin enttarnte Russin Anna Chapman nach einem anderen Medienbericht nach Moskau ausreisen dürfen. Die 28-Jährige werde im Zuge eines Gefangenenaustausches noch in der Nacht auf Freitag in ihre Heimat zurückkehren, berichtete die russische Online-Zeitung "Gaseta".

In den Zeiten des Kalten Krieges - der Blütezeit der Spionage - wurden immer wieder Agenten zwischen der Sowjetunion und dem Westen ausgetauscht. Schauplatz war häufig das damals geteilte Berlin.

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