30. Juli 2010 11:40
Nach heftigen Unwettern sind im Norden Pakistans in den vergangenen Tagen
mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen. Von den Erdrutschen und
Überschwemmungen seien mindestens 600.000 Menschen betroffen, teilten die
Behörden am Freitag mit. Hunderte Häuser und tausende Hektar Ackerland
wurden demnach zerstört, ganze Landstriche von der Außenwelt abgeschnitten.
In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten des Landes wurden bisher 408
Todesopfer gemeldet, wie der Informationsminister der Provinz, Mian Iftikhar
Hussain, sagte. Weitere 150 Menschen werden demnach noch vermisst. "Das
sind die schlimmsten Überschwemmungen in Khyber Pakhtunkhwa in der
Geschichte des Landes", sagte der Minister. Straßen auf einer Länge von
mindestens 200 Kilometern seien weggespült worden.
400.000 verlieren ihre Häuser
Auch der Karakorum Highway,
der Pakistan mit China verbindet, musste den Angaben der Behörden zufolge
geschlossen werden. Die Distrikte Swat, Shangla und Peshawar wurden wegen
überspülter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten.
Mindestens 300 Todesfälle verzeichnete die größte pakistanische
Hilfsorganisation Edhi Foundation in Khyber Pakhtunkhwa. Mindestens 25
Menschen kamen demnach in der Stadt Muzaffarabad im von Pakistan
kontrollierten Teil der Kaschmir-Region ums Leben. Ein Sprecher der
Organisation befürchtete unterdessen eine deutlich höhere Opferzahl, da aus
vielen Gebieten noch keine Meldungen vorlägen. Nach Informationen der
Regierung der Nordwest-Grenzprovinz verloren bisher etwa 400.000 Menschen
ihre Häuser. Pakistanische Medien sprachen von den schlimmsten
Überschwemmungen in der Region seit mehr als 80 Jahren.
Weitere Opfer erwartet
Angesichts weiter steigender Pegelstände
von Flüssen in der Region erwarteten auch die Behörden weitere Opfer durch
die Unwetter. In den vergangenen 36 Stunden fiel nach Angaben der
Wetterdienste im Nordwesten des Landes eine "beispiellose"
Niederschlagsmenge von mehr als 300 Millimetern pro Quadratmeter. Für die
kommenden Tage sagten die Meteorologen allerdings weniger starke Regenfälle
voraus.
Der Monsun beginnt in Südasien in der Regel Anfang Juni und dauert bis
September. In diesem Zeitraum wandert das Regengebiet vom Süden des
indischen Subkontinents in Richtung Norden. Den Nordwesten Pakistans hatte
der Monsun Mitte Juli erreicht. Unwetter und Fluten fordern alljährlich
zahlreiche Opfer und richten schwere Schäden an.