Zum Tode verurteilte Ashtiani ist frei

Iran

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Zum Tode verurteilte Ashtiani ist frei

Die zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani ist nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung frei. Die in Deutschland lebende Sprecherin der Organisation, Mina Ahadi, sagte am Donnerstagabend telefonisch der Nachrichtenagentur AFP in Berlin, sie habe Informationen, wonach Ashtiani, ihr Sohn und ihr Anwalt auf freiem Fuß seien. Am Abend solle es im Iran einen entsprechenden Fernsehbericht geben.

"Wir haben aus dem Iran die Information erhalten, dass sie frei sind", sagte Ahadi. Ein Mitglied der italienischen Sektion des Komitees gegen die Steinigung sagte der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, Ashtiani und ihr Sohn befänden sich nun in ihrem Haus in Täbris (Tabriz).

Zu Steinigung verurteilt
Ashtiani war 2006 wegen der angeblichen Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann und wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Die Verurteilung wegen Mords wurde im Jahr 2007 in zehn Jahre Haft umgewandelt, die Todesstrafe wegen Ehebruchs jedoch im selben Jahr bestätigt. Der Fall hatte international für großes Aufsehen gesorgt.

Der italienische Außenminister Franco Frattini begrüßte die Freilassung der Gefangenen und sprach von einem "großen Tag für die Menschenrechte". Der Iran nutze "mit dieser Geste der Einsicht und der Milde" sein "Vorrecht als souveräner Staat", erklärte er in Rom. Die Entscheidung verdiene "Lob und Zufriedenheit".

Keine Angeben zu deutschen Journalisten
Über das Schicksal der beiden zusammen mit Ashtianis Sohn und ihrem Anwalt festgenommenen deutschen Journalisten der "Bild am Sonntag" sagte die Sprecherin nichts. Auch das Auswärtige Amt in Berlin konnte zum Schicksal der beiden Reporter keine neuen Angaben machen.

Die beiden deutschen Journalisten sitzen seit Oktober im iranischen Tabris in Haft, weil sie Ashtianis Sohn interviewen wollten. Am Montag hatte das iranische Außenministerium mitgeteilt, es prüfe ein Gesuch der beiden, über den Jahreswechsel ihre Familien sehen zu können. Im November hatte die "Bild am Sonntag" bestätigt, dass es sich bei den Männern um Reporter der Zeitung handelt.
 

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