iPhone5 im Test: So gut ist das neue Gerät iPhone5 im Test: So gut ist das neue Gerät

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© Stelzer

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iPhone5 im Test: So gut ist das neue Gerät

Jubelstimmung schon in den frühen Morgenstunden vor Apples ikonischem Flagship-Store an der Fifth Avenue. Um 6:30 komme ich in der Morgendämmerung in Midtown an, 2000 Fans stellen sich eineinhalb Stunden vor dem Verkaufsstart in den insgesamt 21 New Yorker Geschäften an. Die Schlange windet sich zwei Straßenblöcke weit. Doch Apple ist auf den Ansturm gut vorbereitet. 400 Verkäufer gehen allein im "Fifth-Store" in Stellung. Alle Hände an Deck beim Tech-Konzern an diesem Rekord-Verkaufstag. Aber: Hier scheint der Ansturm kaum größer als bei Version 4S. Apple-Fan Frank Beacham hat bisher alle fünf vorigen iPhones gekauft. „Immer am ersten Tag“, lacht er. Beim iPhone 5 freut er sich auf den LTE-Datenturbo und den größeren Screen.

„4-3-2-1“, skandiert die Menge vor dem Glaskubus mit dem leuchtenden Apple-„Logo“. Verkaufsstart. Ein Spalier aus Apple-Mitarbeiten begrüßt die ersten Fans mit den gewohnten „High Fives“ und Jubelgeschrei. Irgendwei erinnert das alles frappant an einen "Club Med". Und wie die den ganzen Tag so gut drauf bleiben können, ist ein weiteres Rätsel. Die berühmte Glas-Wendeltreppe steige ich hinunter in ein Meer euphorischer New Yorker und Verkäufer in den blauen Apple-Trikots. Der Kauf geht binnen Minuten über die Bühne. Ein leider sehr hoher Betrag ($706,60) verlässt mein Konto und ist am Weg in Richtung Cupertino. Da mein alter 2-Jahres-Vertrag noch läuft gibt es keinen Discount.

Vor der iPhone-Leuchtreklame halte ich die anthrazit-farbene Karton-Schachtel in Händen. Am Plaza neben den Store packe ich es behutsam aus. Der erste Eindruck: Es ist merklich leichter, schwarz in verschiedensten Schattierungen, dünner, länger. „Wie ein Lesezeichen“, scherzte David Pouge jüngst in der „New York Times“. Der abgeschrägte Rand des Glasschirmes schimmert leicht bläulich. Es ist das schönste iPhone, das Apple jemals fertigte. Verärgert hat viele das neue, mit anderen "iGeräten" inkompatible „Lightning“-Lade- und Datenkabel. Eleganter sieht es aber aus. Auffällig auch: Der Stecker für die ebenfalls runderneuerten Ohrenstöpsel befindet sich an der Unterseite des Gerätes. Etwas gewöhnungsbedürftig.

Auffällig sofort nach dem „Synch“ mit den Daten des alten iPhones: Der Raum für eine Extrareihe an Apps durch den höheren Vierzoll-Schirm. Sonst wird das Gerät den Erwartungen gerecht: Der "Retina"-Schirm ist schärfer, die Farben brillanter, durch den neuen A6-Chip starten die Apps deutlich rasanter. Der beim Querhalten breitere Schirm ist vor allem vom Filmeschauen ein Bonus. Durch die bis zu 21 mal schnellere LTE-Datenverbindung streamt „Iron Man 2“ ruckfrei. Auch Websites laden schneller, allerdings ohne einen wirklichen Wow-Effekt.

Einziger Haken, aber der hat weniger mit dem neuen iPhone als mit dem erneuerten Betriebssystem iOs 6 zu tun: Das extrem fehlerhafte Kartenservice "Apple Maps", das Googles Angebot ersetzt, sorgt weiter für eine Flut an Konsumentenbeschwerden und glatter Häme. Beim Test ortet der Dienst die Adresse „420 58th Street New York“, die gleich um die Ecke liegt, im tiefsten Brooklyn. Selbst wenn ich dorthin wollte, kann mir nun das iPhone auch keine U-Bahn-Verbindungen mehr bieten. Google hat sein Service als App Apple angeboten, Cupertino prüft gerade die "Zulassung". Ich vermute, dass die bald erfolgen wird...

Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf : www.AmerikaReport.com

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