200.000 Besucher weniger auf dem Oktoberfest 200.000 Besucher weniger auf dem Oktoberfest

"Zitter-Wiesn"

 

 

200.000 Besucher weniger auf dem Oktoberfest

Besucherrückgang beim kältesten Oktoberfest seit Jahren: Sechs Millionen Menschen strömten dieses Jahr auf die Wiesn in München, vergangenens Jahr waren es noch 200.000 mehr. Allerdings war das größte Volksfest der Welt dieses Jahr auch zwei Tage kürzer. Trotz des ebenso leicht rückgängigen Bierkonsums - 6,6 Millionen Maß nach 6,9 Millionen im vergangenen Jahr - zeigten sich Festleitung, Polizei und Feuerwehr zum Abschluss des 175. Oktoberfests am Sonntag ebenso zufrieden wie der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

"Wo bleibt die Erderwärmung"
Ude, in seiner Freizeit Kabarettist und Satiriker, zeigte sich angesichts der Witterung allerdings auch nachdenklich. Wenn sich das Oktoberfest in seinem kulinarischen Angebot dem Christkindlmarkt annähere, vertrage sich dies nicht mit dem Trend der Erderwärmung, erklärte der SPD-Politiker.

Nicht von der heiteren Seite konnten diejenigen Schausteller die meteorologischen Gegebenheiten nehmen, deren Attraktionen ohne Dach auskommen müssen. Umsatzzuwächse meldeten dagegen die Cafe-Zelte und alle Marktkaufleute, die Süßes und Heißes feilzubieten hatten. Die Eisverkäufer rüsteten ab 1. Oktober auf Gühweinverkauf um. Rund 2.000 Liter des klassischen Weihnachtsmarkt-Getränks wurden abgesetzt.

Schausteller klagen über Einbußen
Die Wirte der großen Festzelte kamen wie jedes Jahr auf ihre Kosten, wenn auch in den Biergärten rund um ihre bis zu 10.000 Menschen fassenden Zelten wenig Geschäft zu machen war. Während die Wiesn-Besucher an Essen und Trinken nicht spürbar sparten, bekamen Schausteller und Souvenirverkäufer nach Angaben von Festleiterin Gabriele Weishäupl bereits eine gewisse Kaufzurückhaltung zu spüren.

Die kühle Witterung bescherte vor allen den Sanitätern mehr Verschnaufpausen als sonst: Weil die Zahl der Herz-Kreislauf-Notfälle drastisch zurückging, mussten bis einschließlich Samstag nur 6.128 Patienten betreut werden, fast 17 Prozent weniger als 2007.

"Zitter-Wiesn"
Für Gedränge auf der "Zitter-Wiesn", wie die Münchner Boulevardzeitungen die Lage beschrieben, sorgte das durch den Tag der Deutschen Einheit verlängerte letzte Wochenende. Wahrscheinlich gebe es auf keiner der offiziellen Feiern zum Nationalfeiertag mehr Begegnungen zwischen den Menschen aus Ost und West wie auf dem Oktoberfest, meinte Oberbürgermeister Ude. Nach Angaben der Festleitung kamen 60 Prozent der Wiesn-Besucher aus dem Großraum München, zehn Prozent aus dem übrigen Bayern sowie jeweils 15 Prozent aus dem Ausland und aus anderen Bundesländern.

Run auf das Fundbüro
Die Besucher zeigten sich unterdessen konstant vergesslich: Wie 2007 häuften sich im Fundbüro 4.400 Fundstücke an, darunter Taucherbrille, Engelsflügel, Skistiefel, ein Supermann-Kostüm und ein inzwischen von seinem Herrchen wieder abgeholter Rauhaardackel. Ein Rucksack wurde gleich zweimal abgegeben und wieder abgeholt. Nicht wieder aufgefunden wurde dagegen ein als verloren gemeldeter Servierwagen mit mehreren Torten.

Einen politischen Seitenhieb konnte sich Ude bei der Schlussbilanz dann doch nicht verkneifen. Bei der Eröffnung des Festes hatte er traditionsgemäß dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein die erste gezapfte Maß kredenzt und dem Landesvater dabei ein "einmaliges Vergnügen" versprochen. "Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass das nicht übertrieben war", sagte Ude in Anspielung auf den zwischenzeitlichen Rücktritt Becksteins.

Foto: (c) AP

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