40 Millionen Brasilianer im Dunkeln

Mega-Blackout

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40 Millionen Brasilianer im Dunkeln

Von dem gigantischen Stromausfall in Brasilien waren in der Nacht zum Mittwoch schätzungsweise 40 Millionen Menschen betroffen. Etwa 800 Städte, darunter auch die Metropolen Sao Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und die Hauptstadt Brasilia, lagen im Dunkeln, insgesamt neun Bundesstaaten seien betroffen, berichteten die Online-Ausgaben brasilianischer Zeitungen.

Tausende Menschen blieben in Fahrstühlen, U-Bahnen und Vorortzügen stecken, der Autoverkehr brach wegen ausgefallener Ampeln zusammen und die Polizei wurde wegen befürchteter Verbrechen in Alarmbereitschaft versetzt. Nur größere Bürogebäude und Hotels mit Notstromaggregaten waren nach Angaben des dpa-Korrespondenten erleuchtet. Die größeren Flughäfen, die über Notstromgeneratoren verfügen, konnten einen Notbetrieb aufrechterhalten. Das Telefonnetz brach jedoch weitgehend zusammen. Nur Handys waren noch erreichbar.

Um 00.37 Uhr Ortszeit am Mittwoch ging an der Copacabana in Rio das Licht wieder an. Die Menschen auf der Straße jubelten, Autofahrer reagierten mit einem Hupkonzert auf die Wiederherstellung der Stromversorgung. "Es ist traurig zu erleben, dass eine so schöne Stadt eine solch prekäre Infrastruktur hat", sagte der 22-jährige Student Igor Fernandes. "Das sollte nicht in einer Stadt passieren, die Olympische Spiele ausrichten wird."

Wasserkraftwerk ausgefallen
Ursache war nach Angaben der Behörden eine Störung im Wasserkraftwerk Itaipu an der Grenze zu Paraguay. Dadurch fiel mit einem Schlag eine Leistung von 17.000 Megawatt aus. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit einem Sturm in der Region, der mehrere Bäume entwurzelte. Von dem Ausfall waren mehr als 190 Millionen Menschen betroffen, sagte Energieminister Edison Lobao. Itaipu ist nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt. Es deckt 20 Prozent des Strombedarfs von Brasilien.

Im benachbarten Paraguay, das an dem Kraftwerk beteiligt ist, war von einem Kurzschluss in einer Hochspannungsleitung bei Sao Paulo die Rede. Daraufhin habe es eine Kettenreaktion gegeben und Itaipu sei automatisch vom Netz gegangen. Auch in weiten Teilen Paraguays fiel zeitweise der Strom aus. Allerdings dauerte der Notfall dort nur etwa 20 Minuten.

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