Gesundes Baby in Italien abgetrieben

Skandal in Mailand

© APA/Schlager

Gesundes Baby in Italien abgetrieben

In Italien ist eine heftige Debatte um den Fall einer jungen Frau ausgebrochen, die sich in Mailand zu einem Schwangerschaftsabbruch entschlossen hatte, nachdem die Ärzte bei einem ihrer beiden Zwillinge eine schwere Missbildung diagnostiziert hatten. Eines der Kinder wurde abgetrieben - später wurde jedoch festgestellt, dass es sich um das gesunde Baby handelte.

"Enormer Fehler"
Die Ärzte des Mailänder Krankenhauses San Paolo rechtfertigten sich, dass die beiden Föten die Position gewechselt haben könnten. "Es war ein enormer Fehler", sagte die italienische Gesundheitsministerin Livia Turco.

Verbände, die für eine Revision des Abtreibungsgesetzes kämpfen, forderten das Parlament auf, sich wieder mit dem Thema zu befassen. Man müsse das Gesetz revidieren, das seit den siebziger Jahren in Italien Abtreibung bei schweren Missbildungen auch über den dritten Schwangerschaftsmonat hinaus ermöglicht. In Österreich ist eine ähnliche Regelung in Kraft, nach dem bei Verdacht auf Behinderung Abtreibung bis zum Geburtstermin straffrei ist.

Hitzige Debatte
Schon im März war es in Italien zu einer hitzigen Debatte zum Thema gekommen. Eine Frau hatte sich zu einer Abtreibung entschlossen, nachdem die Ärzte bei ihrem Baby eine schwere Missbildung diagnostiziert hatten. Der Fötus wurde im fünften Schwangerschaftsmonat abgetrieben, überlebte jedoch die Operation. Das vollkommen gesunde Kind, das knapp 25 Zentimeter lang und 500 Gramm schwer war, kämpfte einige Tage lang im Krankenhaus Careggi im Norden von Florenz um sein Leben, starb jedoch dann. Gegen die Leitung des Krankenhauses wurde eine Untersuchung wegen gravierender Fehler bei der Diagnostik eingeleitet

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