Haftstrafen im Giftmüllskandal der Elfenbeinküste

20 Jahre Knast

Haftstrafen im Giftmüllskandal der Elfenbeinküste

Wegen des tödlichen Giftmüllskandals in der Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) vor zwei Jahren sind zwei Verantwortliche zu Haftstrafen von 20 und fünf Jahren verurteilt worden. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, verkündete das Schwurgericht in Abidjan am Mittwochabend das Urteil. Demnach muss der Chef der Müllentsorgungsfirma Tommy, Salomon Ugborugbo, für 20 Jahre hinter Gitter.

Sieben Angeklagte wurden freigesprochen
Bei dem Skandal geht es um die illegale Entsorgung von Giftmüll in der Millionenstadt Abidjan im August 2006. An der Umweltvergiftung starben 17 Menschen, mehr als 100.000 Anwohner mussten sich wegen Atemproblemen und Schwindel in ärztliche Behandlung begeben.

Das von der niederländisch-schweizerischen Firma Trafigura gecharterte, unter der Flagge Panamas fahrende Schiff "Probo Koala" hatte in Abidjan 528 Kubikmeter Giftmüll auf Halden unter freiem Himmel abgelagert. Entladen wurde das Schiff vom ivorischen Unternehmen Tommy. Trafigura und die Regierung der Elfenbeinküste hatten im Februar 2007 eine außergerichtliche Einigung besiegelt. Dabei sagte das Unternehmen die Zahlung von hundert Milliarden Franc CFA (152 Millionen Euro) zu.

Tommy-Chef trifft Hauptschuld
Das Gericht gab dem Chef der Firma Tommy die Hauptschuld an dem Skandal. Zu fünf Jahren Haft verurteilte es einen Vertreter der Reederei der "Probo Koala" im Hafen von Abidjan, der die Kontaktdaten von Tommy an Trafigura gegeben hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte für fünf der sieben Freigesprochenen 20-jährige Haftstrafen gefordert. Der Giftmüllskandal hatte gewalttätige Proteste in Abidjan ausgelöst und zum Rücktritt der damaligen ivorischen Übergangsregierung geführt.

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