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Mysteriöser Meteorit verursacht Brechreiz in den Anden

Peru

Mysteriöser Meteorit verursacht Brechreiz in den Anden

Nach dem Einschlag eines mutmaßlichen Meteoriten im Süden von Peru sind rund 200 Bewohner des einsamen Gebiets in den Anden erkrankt. Der Leiter des Gesundheitsamtes in der Region Puno, Jorge Lopez, sagte, die Menschen klagten über Atembeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Er machte toxische Gase aus dem Krater verantwortlich.

"Dies wurde von dem Gas verursacht, dass sie nach dem Einschlag eingeatmet haben", sagte Lopez am Dienstag der AP. Augenzeugen berichteten nach Angaben lokaler Medien, am Samstagvormittag sei ein Feuerball vom Himmel gestürzt. Die Behörden erklärten, es habe sich um einen Meteoriten gehandelt.

20-Meter-Krater
Er riss ein 20 Meter breites und fünf Meter tiefes Loch in die Erde. Die Einschlagstelle liegt auf einer Hochebene in den Anden nahe der Grenze zu Bolivien. Die Meteoritenexpertin Ursula Marvin vom Smithsonian Astrophysical Observatory im US-Bundesstaat Massachusetts äußerte die Vermutung, dass eine Staubwolke mit Partikeln der Erdoberfläche die Gesundheitsprobleme verursacht haben könnte.

Das Geophysikalische Institut in Peru leitete eine Untersuchung ein und will am Donnerstag die Ergebnisse vorstellen. Ein Forscher des Instituts, Hernando Tavera, sagte, Berichte von ähnlichen Fällen habe es im Süden des Landes bereits 2002 und 2004 gegeben. Doch niemals habe sich ein Meteoriteneinschlag bestätigt.

Experten: Einschlag sehr gefährlich
Ein Meteoriteneinschlag ist nach Expertenangaben äußerst selten und sehr gefährlich. Einschläge solcher kompletter Meteoriten kämen nur in Abständen von Jahrzehnten vor, sagte Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESOC) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt.

Hochhaus wäre eingestürzt
Da die Erde zu 70 Prozent aus Wasser besteht, bekomme man dies oft aber gar nicht mit. "Wenn der Meteorit, der jetzt in Peru einen 30 Meter großen Krater hinterlassen hat, aber in der Frankfurter Innenstadt eingeschlagen hätte, wären ein bis zwei Hochhäuser platt", sagte Khan. Größere Objekte von zehn Metern Größe kämen nur in Abständen von mehreren hundert Jahren zur Erdoberfläche durch.

Die rätselhaften Gesundheitsprobleme einiger Menschen nach dem Meteoriteneinschlag in Peru können nach Meinung von Khan nicht auf Gase aus dem Himmelskörper selbst zurück geführt werden. "Die Gegend sieht sehr moorig aus und ich halte es nicht für unplausibel, dass das Objekt dort eingetreten ist und dabei Faul- oder Moorgase ausgetreten sind." Im Südosten Perus klagten Bewohner der Hochebene an der Grenze zu Bolivien nach dem Meteoriteneinschlag am Samstag über Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Brechreiz. Nach Khans Worten ist es am Wahrscheinlichsten, dass dafür Staub oder Gase aus dem moorigen Gebiet verantwortlich sind, die durch die Wucht des Einschlags aufgewirbelt wurden.

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