Schwangere Brasilianerin von Neonazis misshandelt

Schweiz

 

Schwangere Brasilianerin von Neonazis misshandelt

Eine Brasilianerin hat am Montagabend bei einem Stadtrandbahnhof in der Schweizer Großstadt Zürich Schnittverletzungen erlitten. Wie sie zu diesen kam, ist unklar. Die 26-jährige Juristin gab an, dass sie von drei Unbekannten überfallen wurde. Die drei Männer hätten sie mit Fußtritten traktiert und mit einem Messer verletzt, erklärte die Frau nach Polizeiangaben vom Donnerstag. Nach eigenen Aussagen erlitt sie darauf in der Bahnhofstoilette eine Fehlgeburt.

Eine brasilianische Zeitung publizierte am Donnerstag Bilder der Verletzungen. Auf Beinen und Bauch sind die Buchstaben "SVP" (Abkürzung für die populistische und fremdenfeindliche Schweizerische Volkspartei, Anm.) sowie weitere Schnitte eingeritzt. Laut Stadtpolizeisprecher Marco Cortesi zeigen die Fotos den Zustand der Frau, wie die Polizisten sie angetroffen hatten. Private hätten die Bilder ins Internet gestellt, sagte Cortesi auf Anfrage weiter.

Alarm ging 19:30 ein
Die Polizei war am Montag kurz nach 19.30 Uhr alarmiert worden. Ein Mann hatte Hilfe für eine Frau beim Bahnhof Zürich-Stettbach angefordert. Vor Ort traf die Polizei auf die Verletzte, welche ins Spital gebracht wurde.

Die Stadtpolizei ermittelt in alle Richtungen. Unter anderem wird auch die Videoüberwachung am Bahnhof Stettbach ausgewertet. Weitere Auskünfte waren aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu erhalten. Die Frau werde zur Zeit intensiv befragt, sagte Cortesi. Bisher sei erst eine kurze Befragung möglich gewesen. Diese habe aber nicht für eine Personenbeschreibung der mutmaßlichen Täter ausgereicht.

Nach Berichten in brasilianischen Zeitungen waren die Angreifer Neonazis. Vitória Cleaver vom brasilianischen Generalkonsulat bestätigte diese Berichte gegenüber dem Regionaljournal Zürich/Schaffhausen von Radio DRS.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete am Donnerstagabend unter Berufung auf den brasilianischen Außenminister Celso Amorim, Brasilien habe die Schweiz formell um eine "vollständige und transparente" Untersuchung ersucht. Der Geschäftsträger der Schweizer Botschaft sei ins Außenministerium gerufen worden.

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