Schwere Vorwürfe gegen Behörden nach Inzest-Drama

"Britischer Fritzl"

© APA

Schwere Vorwürfe gegen Behörden nach Inzest-Drama

Nach der Verurteilung eines Engländers, der seine beiden Töchter jahrzehntelang vergewaltigt hat, wird die Rolle der Behörden unter die Lupe genommen. Eine offizielle Untersuchung soll das Verhalten der Polizei und der Sozialbehörden in zwei Grafschaften untersuchen, in denen der Mann mit seinen Töchtern während der Übergriffe lebte.

Innerhalb der beiden Grafschaften war der Vater mit seinen Töchtern regelmäßig umgezogen, um seine Taten zu verschleiern. Der 56-jährige Mann aus Sheffield, der seit Anfang der 80er Jahre seine Töchter mehrfach schwängerte, war am Dienstagabend zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Schwere Vorwürfe
Politiker sowie Experten für die Sicherheit von Kindern erhoben am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen die Behörden, die in der Vergangenheit in Kontakt mit der Familie standen. Medien zogen Vergleiche zu Josef F., dem Inzest-Täter von Amstetten, der seine Tochter 24 Jahre lang in einem vollständig isolierten Kellerverlies festgehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hatte, von denen eines nicht überlebte.

19 Mal schwanger
Im Fall des Inzest-Täters von Sheffield hatten die Vergewaltigungen vor knapp 30 Jahren begonnen, als die Töchter acht und zehn Jahre alt waren. Erst im Juni 2008 vertrauten sich die Frauen der Polizei an. Insgesamt wurden die beiden Töchter während ihres Martyriums 19 Mal schwanger. Zwei der neun Kinder starben am Tag ihrer Geburt, die anderen Schwangerschaften endeten mit Fehlgeburten oder Abtreibungen. Die überlebenden Kinder lebten mit ihren Müttern und dem Vergewaltiger unter einem Dach.

Die Ehefrau des Peinigers hatte die Familie schon Anfang der 90er Jahre verlassen. Die Opfer, über deren Kinder und derzeitigen Lebensumstände keine Details bekanntgegeben wurden, leben nach einem Zeitungsbericht mittlerweile in festen Partnerschaften.

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