Skandal-Buch bringt Sarkozy in Bedrängnis

Enthüllungen

© Getty

Skandal-Buch bringt Sarkozy in Bedrängnis

Wie Gott in Frankreich: Bilder zeigen Nicolas Sarkozy (52) mit nacktem Oberkörper und halbnackter Carla Bruni (39) am Strand, er zelebriert das Savoir-vivre, ziert die Titelseiten von Voici und Gala statt der Liberation und des Le Monde. Seine Liebe zu Bruni wird für den Präsidenten immer mehr zum Verhängnis, die Franzosen sind genervt von ihrem „Glamour-Sarko“.

Die Rache der Ex-Frau
Jetzt die nächste Hiobsbotschaft. Das Enthüllungsbuch der Journalistin Anna Bitton darf veröffentlicht werden, wie ein Gericht am Freitag entschied. Der Inhalt ist brisant. Bitton war jahrelang eine Busenfreundin von Sarkos Ex-Frau Cécilia. Und hat die intimen Frauengespräche eiskalt mitnotiert. „Lächerlicher“, „aufbrausender Geizhals“. Das ist noch das Netteste, was Cécilia über ihren Gatten in den letzten fünf Ehejahren angeblich zu berichten wusste. Er liebe „niemanden wirklich, nicht einmal seine Kinder“, zitiert die Biografie die ehemalige First Lady. Die klagte Bitton, verlor aber vorerst.

„Außer Kontrolle“
Für Sarkozy sind die Aussagen fatal: In Frankreich kursieren jetzt die ersten Passagen aus dem Skandal-Buch. Roger Karoutchi, Staatssekretär und Sarkozy-Vertrauter, meint bereits resignierend: „Das gerät völlig außer Kontrolle“. Der Präsident zelebriert das private Glück dennoch: Bei seiner ersten großen Pressekonferenz vergangenen Dienstag, bei der er sich wieder als Reformpolitiker profilieren wollte, ging er vor 600 Journalisten gut gelaunt minutenlang auf die Frage nach seiner möglicherweise bevorstehenden Hochzeit ein. Am Ende gab es ein vages „Oui“ zu Carla Bruni als First Lady – und wieder seitenweise Stoff für die Klatschpresse.

Nur einen Tag später die Meldung: „Carla Bruni in den Élysée-Palast eingezogen“. Auffallend: Mit den ersten gemeinsamen Fotos mit Bruni im Disney-Land bei Paris scheint Sarko seine Scheu vor Paparazzi wieder verloren zu haben. Für versprochene Reformen oder aktuelle, politisch heiße Themen wie die Terrorbedrohung scheint im Moment keine Zeit zu sein.

Umfragewerte sinken
Die Folgen: Sarkozy stürzt in Umfragewerten ab. 63 Prozent der Bevölkerung finden, dass er es mit der medialen Ausschlachtung seines Privatlebens zu weit treibe. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes CSA sank die Zustimmung von 55 Prozent im Dezember unter die magische 50-Prozent-Marke auf magere 48 Prozent im Januar. CSA-Chef Stéphane Rozès: „Diese Darstellung des Privatlebens beeinträchtigt das Image seines Amtes.“

Lesen Sie weiter: Die brisantesten Passagen aus dem Enthüllungsbuch

Die Biografie „Cécilia“ erscheint am kommenden Mittwoch. Die Journalistin Anna Bitton hat darin Gespräche aus der jahrelangen Freundschaft mit der ehemaligen Präsidentengattin penibel gesammelt und dokumentiert. Eine Klage gegen die Veröffentlichung des Buches ist abgewiesen worden. Bitton gewann vor Gericht.

Das sind die brisantesten Passagen des Skandal-Buches:

Cécilia über die Charakterzüge ihres Ex-Mannes Nicolas Sarkozy:

„Nicolas ist aufbrausend, außerdem ist er ein Geizhals. Er ist jemand, der niemanden wirklich liebt, nicht einmal seine eigenen Kinder.“

„Er hat etwas Lächerliches, er ist seines Amtes nicht würdig, er ist verhaltensgestört.“

... über Sarkozys Rolle als neuer Präsident Frankreichs und sein Benehmen:

„Er macht als Präsident nichts her, er hat ein echtes Problem mit seinem Verhalten und Benimm. Er zieht bis vier Uhr durch die Karaoke-Bars. Jemand muss ihm das sagen. Ich hab’s 18 Jahre lang gemacht, ich kann das nicht mehr tun. Ich bin derzeit die letzte, die das machen könnte.“

... über sein Verhältnis zu jüngeren Frauen und Sarkozys Verhalten kurz nach der Scheidung:

„Er ist einer, der die Frauen bespringt und sich dann nicht einmal an ihre Vornamen erinnern kann. Jetzt sagt mir das alle Welt, davor haben sie 18 Jahre lang geschwiegen.“

„Jetzt, wo er keine First Lady mehr hat, muss er mit jungen, hübschen, in Dior gekleideten Mädchen herumziehen.“

... über die Streitereien um Alimente für den gemeinsamen Sohn Louis (10) nach der Scheidung:

„Jetzt nach der Scheidung ist er knausrig. Als ich mit ihm zusammen war, war er großzügig. Wenn man ihn verlässt, ist das vorbei.“

„Selbst wenn ich nachverhandeln würde, was bekomme ich dann? 1.000 oder 2.000 Euro mehr. Davon werde ich nicht leben können. Kinder, das ist alles teuer. Sehr teuer! Man muss für die Schule zahlen, die Arztbesuche ... Nicolas wird unseren gemeinsamen Sohn wohl nicht unter einer Brücke leben lassen. Aber mein Sohn wird nicht so leben wie die Kinder aus Nicolas’ erster Ehe mit ihren 2.000-Euro-Schuhen.“

... über ihre große Liebe, den PR-Berater Richard Attias, mit dem sie während der Beziehungspause zu Nicolas im Jahr 2005 nach New York durchbrannte.

„Richard ist jener Mensch, den ich in meinem Leben am meisten geliebt habe. Ich glaube, dass ich nach ihm nie wieder jemanden richtig lieben kann.

„Er ist einfach der Mann meines Lebens, und ich bin die Frau seines Lebens.“

... über das politische Umfeld und die Vertrauten von Nicolas Sarkozy:

„Seine Politik ist eine Western-Fassade, hinter der nichts steckt.

„Er ist von einer bösen Bande umgeben. Das sind junge Typen, die von der ganzen Macht aufgeblasen sind und die sich jetzt für die Prinzen von Paris halten.“

(rep)

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 8

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen