Sogar ETA-Sprachrohr gratuliert zum Titel

EURO 2008

© EPA

Sogar ETA-Sprachrohr gratuliert zum Titel

Der historische EM-Titel der spanischen Nationalmannschaft lässt auch die baskischen Nationalisten nicht ungerührt. "Spanien ist zurecht Europameister, nachdem es Deutschland mit einem großartigen Spiel besiegt hat", schreibt die als Sprachrohr der baskischen Terrororganisation ETA geltende Tageszeitung "Gara" am Sonntagabend in ihrer Internetausgabe. Nachsatz: "Die Spanier haben nun eine sehr schmeichelhafte Zukunft vor sich, wenn sie mit ihrem Erfolg nur richtig umgehen."

"Mit einem Spiel, basierend auf kurzen Pässen und Kontern, die jede Abwehr niederwalzen können, wurde die spanische Nationalmannschaft 44 Jahre nach ihrem ersten EM-Titel wieder Europameister. Sie dominierte praktisch in jedem Augenblick über ein ohnmächtiges Deutschland, das nicht einmal den Weg zum Tor von Casillas fand", heißt es in dem "Gara"-Artikel anerkennend. "Mit ausgezeichneter Kontrolle des Balls im Mittelfeld, viel Geduld, gutem Spiel ohne Ball und tödlichen Kontern dominierte (Spanien) praktisch während des gesamten Spiels über Deutschland."

Die im Baskenland dominierenden Nationalisten identifizieren sich nicht mit der spanischen Nationalmannschaft und bemühen sich seit Jahren erfolglos, international mit einem eigenen baskischen Team antreten zu dürfen. Ähnlich wie in Katalonien, wo der Wunsch nach einer eigenen Nationalmannschaft noch stärker ausgeprägt ist, dürfte daher auch in der nordspanischen Industrieregion die Freude über den EM-Titel der Seleccion nicht so groß gewesen sein wie im Rest Spaniens und vielen anderen Teilen Europas.

Die baskische Zeitung zog in ihrem Artikel insbesondere den Hut vor Teamtrainer Luis Aragones, der seinen zahlreichen Kritikern nun die eindeutigste Antwort gegeben habe. Aragones habe für die Europameisterschaft eine Mannschaft zusammengestellt, in der es kaum noch Hierarchien gebe und die sich einer entschlossenen Spielweise verschrieben habe. Positiv hob "Gara" hervor, dass Aragones bei der EM alle 23 Mitglieder seines Teams - bis auf Ersatztormann Palop - eingesetzt habe. Dass diesem Team mit dem Mittelfeldspieler Xabi Alonso auch ein Baske angehört, blieb in dem "Gara"-Artikel jedoch unerwähnt.

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