Rußland

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"Zar" Putin will Denkmal - Protest

In Moskau haben Pläne für ein Denkmal zu Ehren des scheidenden Kremlchefs Wladimir Putin einen heftigen Streit unter den städtischen Abgeordneten ausgelöst. Es gehöre sich nicht für ein zivilisiertes Land, ein Denkmal für einen noch lebenden Politiker zu errichten, sagte der Vorsitzende der Denkmalkommission, Lew Lawrenow, der Zeitung "Wremja Nowostej" (Donnerstag). Dagegen begrüßte die den Stadtrat dominierende Kreml-Partei Geeintes Russland die Bürgerinitiative. "Wladimir Wladimirowitsch (Putin) hat ein solches Denkmal verdient", sagte Fraktionsvize Tatjana Portnowa.

Es sei sehr wohl möglich, dass das Vorhaben umgesetzt werde, sagte Portnowa. Die ebenfalls stark im Moskauer Stadtrat vertretenen Kommunisten warnten vor einer solchen "Propaganda-Initiative". Dies wecke bei vielen Menschen negative Erinnerungen an alte Zeiten. "Jetzt herrschen andere Zeiten, bei Geeintes Russland gibt es hochgebildete Leute, die eine solche Dummheit nicht zulassen werden", meinte der kommunistische Abgeordnete Wladimir Lakajew.

Putins Denkmal soll Statue vom Karl Marx ablösen
Nach dem Vorschlag der Bürgerinitiative soll das bronzene Denkmal auf dem zentralen Theaterplatz der Hauptstadt aufgestellt werden. "Es soll an die Stelle des Karl-Marx-Denkmals kommen, weil Marx ja keine russische historische Person ist", sagte Initiator Semjon Perfilew. Mit der riesigen Statue, die Putin auf einem erdballähnlichen Podest abbilden soll, würden die Verdienste des Präsidenten gewürdigt.

Initiativen für Putin-Denkmäler haben in Russland aber nicht immer mit einer echten Verehrung des Präsidenten zu tun. In St. Petersburg und in Samara an der Wolga errichteten Bewohner auch schon Putin-Gedenkstätten, um unliebsame Bauvorhaben zu verhindern.

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