36 Tote bei Anschlägen im Irak

Gewalt geht weiter

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36 Tote bei Anschlägen im Irak

Im Irak sind neuerlich mindestens 36 Menschen bei Sprengstoffanschlägen ums Leben gekommen. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich im kurdischen Dorf Wardak, wo ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft jagte. Er riss 25 Menschen mit in den Tod. Ein zweiter Attentäter wurde von der Polizei erschossen, bevor er den in seinem Lastwagen versteckten Sprengsatz zünden konnte. 43 Menschen wurden verletzt. Neun weitere Menschen starben bei mehreren Bombenexplosionen südlich von Bagdad.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden durch die Wucht der Explosion mehrere Häuser zerstört. Mehrere Menschen seien unter den Trümmern gestorben. Ziel des Anschlags war es offenbar, den Konflikt zwischen Kurden und Arabern im Nordirak anzuheizen. Die Spannungen zwischen den beiden ethnischen Gruppen in der Provinz Ninive haben seit dem Sieg einer neuen arabischen Partei bei der Provinzwahl im vergangenen Jänner zugenommen.

Ein Teil der Kurden fordert seither die Eingliederung der kurdischen Gebiete von Ninive in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak, zu dem bisher nur die Provinzen Erbil, Dohuk und Suleimaniyah gehören. Ähnliche Bestrebungen gibt es auch in der Nachbarprovinz Tamim, zu der die Ölfelder von Kirkuk gehören. Die Region rund um die nordirakische Metropole Mossul ist derzeit eine der gefährlichsten im Irak. Dort kommt es fast täglich zu Anschlägen.

Auch Anschläge im sonst ruhigeren Landesteil
Doch auch im derzeit eher ruhigen Zentralirak kam es am Donnerstag zu mehreren blutigen Anschlägen. Fünf Menschen starben, als auf einem Markt in Hilla drei Bomben explodierten. Zwölf Menschen wurden bei den Anschlägen in der rund 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt verletzt, meldete die Nachrichtenagentur Al-Yaqen. In Mahmudiyah gingen ebenfalls auf einem Markt zwei Bomben hoch. Dabei kamen Polizeiangaben zufolge vier Menschen ums Leben, 29 Personen wurden verletzt. Die Stadt hatte bis vor zwei Jahren als Zentrum des sogenannten "Todesdreiecks" gegolten, in dem sich sunnitische und schiitische Extremisten blutige Kämpfe lieferten, die Hunderte Todesopfer forderten. Im Bagdader Stadtteil Karrada wurden acht Menschen bei einer Bombenexplosion verletzt.

Die Zahl der Anschläge im Irak ist seit dem Rückzug der US-Soldaten aus den Städten am 30. Juni wieder stark gestiegen. Der August war der blutigste Monat im Irak seit mehr als einem Jahr. Nach Angaben der Ministerien für Verteidigung, Inneres und Gesundheit wurden 393 Zivilisten, 48 Polizisten und 15 Soldaten getötet.

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