Anschläge überschatten Parlamentswahl

Indien

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Anschläge überschatten Parlamentswahl

Der Beginn der Parlamentswahl in Indien ist am Donnerstag von Angriffen maoistischer Rebellen überschattet worden. Dabei wurden mindestens 17 Menschen getötet. Unter anderem starben fünf Mitglieder einer Wahlkommission bei der Explosion einer Landmine im Unionsstaat Chhattisgarh. Die Parlamentswahl ist in fünf Etappen gestaffelt und endet am 16. Mai.

Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus der paramilitärischen Grenztruppen im Unionsstaat Jharkhand sind sieben Sicherheitskräfte und zwei Zivilisten ums Leben gekommen. Zudem sei ein Polizist bei einem Maoistenangriff auf ein Wahllokal getötet worden. Auch im Unionsstaat Bihar seien zwei Polizisten erschossen worden.

Boykott-Aufruf
Die Maoisten haben ebenso wie muslimische Extremisten im indischen Teil Kaschmirs zum Boykott der Wahl aufgerufen. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission sind landesweit Hunderttausende Sicherheitsleute im Einsatz, um die Wahl abzusichern. Wahlen in Indien werden immer wieder von Gewalt überschattet. Bei der Abstimmung vor fünf Jahren waren 45 Menschen ums Leben gekommen. 1999 hatte es mehr als 100 Tote gegeben.

In den vergangenen Jahren ist der Einfluss der beiden großen Parteien - die seit Jahrzehnten von der einflussreichen Nehru-Gandhi-Politikerfamilie dominierte Kongress-Partei und die hinduistisch-nationalistische Bharatiya-Janata-Partei (BJP, Indische Volkspartei) - gesunken. Zusammen könnten sie in diesem Jahr weniger als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen. Eine "Dritte Front" genannte Gruppe aus Kommunisten und regionalen Parteien kämpft um eine gute Ausgangsposition für Verhandlungen über eine Koalition. Diese könnte damit schwach und instabil werden, befürchten Experten.

Ergebnis am 16. Mai
Das Gesamtergebnis des Wahlmarathons wird am 16. Mai erwartet. Einen klaren Regierungsauftrag für eine der Parteien wird es wohl nicht geben. Umfragen zufolge kann weder die regierende Kongresspartei noch die BJP mit einer Mehrheit rechnen. Beide sind dann für eine regierungsfähige Koalition auf kleinere Parteien angewiesen. Insgesamt sind rund 714 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, das 543 Sitze zählende Parlament neu zu bestimmen. Am Donnerstag ging es zunächst um 124 Mandate.

In Indien mit seinen 1,2 Milliarden Menschen wird aus logistischen Gründen und wegen der Sicherheit in mehreren Schritten gewählt. Den Anfang machten die Wähler in mehreren Unionsstaaten im mittleren und östlichen Teil des Landes. Wahlberechtigt sind insgesamt mehr als 700 Millionen Menschen. Bei der am ersten Teil-Wahl am Donnerstag können rund 140 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben. Nachwahlbefragungen sind verboten.

Gestaffelte Wahl
Die Abstimmung findet an fünf Wahltagen statt, die sich bis zum 13. Mai erstrecken. Am 16. Mai wird das Ergebnis verkündet. Am ersten Wahltag sind 143 Millionen Bürger in 17 der insgesamt 35 Bundesstaaten und Unionsterritorien zur Stimmabgabe aufgerufen.

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