Ausgangssperre in Bangladesch

Nach Protesten

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Ausgangssperre in Bangladesch

Nach einer Serie gewaltsamer Proteste gegen die Verhängung des Notstandes in Bangladesch hat die Regierung am Mittwoch ein unbefristetes Ausgangsverbot angeordnet. Der Beschluss betrifft die Hauptstadt Dhaka und sechs weitere Städte, wie Medien berichten. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und protestierenden Studenten haben in den vergangenen Tagen mindesten drei Menschenleben gefordert.

Unis und Schulen geschlossen
In den von der Ausgangssperre betroffenen Städten sollen laut Regierungssprecher Fahim Munaim auch sämtliche Universitäten und weiterführenden Schulen geschlossen werden. Bangladesch wurde vergangenen Oktober von Unruhen erschüttert, bei denen mindestens 35 Menschen ums Leben kamen. Bis in den Jänner dauerten landesweite Proteste an, in denen die von Ex-Premierministerin Sheikh Hasina geführte Oppositionsbewegung Awami League eine Verschiebung der Parlamentswahlen forderte, die nun Ende 2008 stattfinden sollen. Seit Jänner regiert eine von Präsident Iajuddin Ahmad eingesetzte Übergangsregierung unter Fakhruddin Ahmad. Der Präsident hatte damals den Notstand über das Land verhängt und versprochen, gegen Korruption vorzugehen.

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Das asiatische Land sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder mit Inhaftierungen und Festnahmen für Schlagzeilen. So ließ die vom Militär gestützte Übergangsregierung Sheikh Hasina wegen angeblicher Erpressung im Juli festnehmen. Die 59-jährige Oppositionsführerin wies die Anschuldigungen zurück und kritisierte, durch die Haft solle ihre Teilnahme an der kommenden Parlamentswahl verhindert werden.

Auch Hasinas Erzrivalin, die bisherige Premierministerin Khaleda Zia, wurde wegen dem Vorwurf der Erpressung im Juli festgenommen. Zia wies alle Vorwürfe zurück. Mit den "erfundenen Beschuldigungen" wollten ihr politische Gegner schaden, sagte sie. Nach Sheikh Hasinas Festnahme kam es in Dhaka zu Zusammenstößen von Oppositionsanhängern und Polizei, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Kurz darauf hat ein Gericht in Bangladesch den ehemaligen Post- und Telekommunikationsminister Aminul Huq wegen Unterstützung militanter Islamisten zu 31 Jahren Haft verurteilt.

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