Chavez beordert Truppen an die Grenze zu Kolumbien

Südamerika

Chavez beordert Truppen an die Grenze zu Kolumbien

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat zehn Bataillone seiner Armee in Richtung der kolumbianischen Grenze beordert. Außerdem kündigte er die Schließung der venezolanischen Botschaft in Kolumbien an.

"Herr Verteidigungsminister, verlegen sie sofort zehn Bataillone an die Grenze zu Kolumbien, Panzerbataillone", sagte Chavez am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernseh-Ansprache. "Auch die Luftwaffe soll mobilisiert werden. Wir wollen keinen Krieg." Am Samstag hatte Chavez gewarnt, sollte der US-Verbündete Kolumbien auch die Grenze zu Venezuela verletzen, werde er dies als "Grund für einen Krieg" auslegen. Am Sonntag bekräftigte er dies und fügte hinzu, er werde in Russland gebaute Kampfflugzeuge nach Kolumbien schicken, falls die Truppen des Nachbarlandes auf venezolanischem Gebiet aktiv würden.

Kolumbien hatte am Samstag erklärt, einen Führer der kolumbianischen FARC-Rebellen im Grenzgebiet zu Ecuador auf dem Terrain des Nachbarlandes getötet zu haben. Der Kommandant Raul Reyes und 16 weitere Rebellen seien in einem Dschungel-Camp nach Kämpfen mit dem kolumbianischen Militär gestorben. Dabei habe Kolumbien das Camp auch aus der Luft angegriffen.

"Verbrecher"
Den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe bezeichnete Chavez als "Verbrecher" und Kolumbien als "terroristischen Staat". Er warf Kolumbien die "Invasion Ecuadors" vor, um den FARC-Anführer zu töten.

Für Uribe, der den Kampf gegen die FARC bei seinem Amtsantritt 2002 als eine seiner Prioritäten bezeichnet hatte, ist die Tötung von Reyes ein großer Erfolg. Das US-Außenministerium hatte für Informationen, die zur Ergreifung von Reyes und von sechs weiteren Rebellen führen, eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (3,30 Mio. Euro) ausgesetzt

Die FARC ist die älteste linke Guerilla-Gruppe Lateinamerikas. Sie kontrolliert Teile des kolumbianischen Dschungels und hat zahlreiche Geiseln genommen, darunter auch die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt. Auf Vermittlung von Chavez waren zuletzt bei zwei Aktionen mehrere Geiseln frei gekommen.

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