Ein Toter bei Krawallen in Bangkok Ein Toter bei Krawallen in Bangkok

Ausnahmezustand

 

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Ein Toter bei Krawallen in Bangkok

"Auch wenn wir in Bangkok derzeit keine Stadtrundfahrten anbieten, Touristen sind von den Unruhen in Thailand nicht betroffen und nicht gefährdet. In den großen Touristenzentren merkt man nichts von der innenpolitischen Krise, auch der Flughafen von Phuket ist offen“, erklärt Jürg Grill, ein Österreicher, der seit 22 Jahren in Thailand ein Reiseunternehmen führt.

Auch in der Hauptstadt Bangkok, in welcher der bedrängte Premier Samak Sundarajev nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern seiner Regierung Dienstagfrüh den Ausnahmezustand verhängen ließ, verhalte sich die Polizei ruhig. "Wer an den Protesten nicht teilnimmt, bleibt unbehelligt“, so der Tourismus-Manager.

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Doch auch wenn Touristen vorerst nicht betroffen sind, spitzt sich die Lage in Thailand weiter zu. Eine Woche nach dem Ausbruch der Unruhen sind bei blutigen Straßenschlachten in den frühen Morgenstunden des Dienstag ein Mann getötet und 43 Menschen verletzt worden. Die oppositionelle königstreue „Volksallianz für Demokratie“, mit einflussreichen Unterstützern bei Polizei, Militär und gehobenen Kreisen, fordert den Rücktritt der Regierung und hat das Regierungsviertel gestürmt. Die staatliche Wahlkommission warf der regierenden „Partei der Volksmacht“ (PPP) Betrug bei den Wahlen im Vorjahr vor und beantragte ihr Verbot.

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Armee hilft Regierung nicht
Nun soll die Armee für Ruhe sorgen, Versammlungen von mehr als fünf Personen sind bis Ende November verboten, 435 Schulen wurden für drei Tage geschlossen. Doch Armee und Polizei bleiben auffällig passiv, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte schloss ein Vorgehen gegen Zivilisten aus.

Putschgerüchte.Vielmehr gibt es Gerüchte eines bevorstehenden Militärputsches gegen die Regierung. In den Augen der Opposition ist Thailands Premier Samak nichts weiter als eine Marionette des 2006 vom Militär gestürzten Ex-Regierungschefs Tashkin, der seit 2006 im Exil im London lebt. Für heute Mittwoch haben 34 Gewerkschaften staatlicher Einrichtungen einen landesweiten Streik angekündigt. 200.000 Menschen sollen die Arbeit niederlegen.

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