Iran testete neue Zentrifugen mit Atommaterial

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Iran testete neue Zentrifugen mit Atommaterial

Ein neuer, effizienterer Typ von Zentrifugen zur Urananreicherung wurde einem "heißen Test" unterzogen. Dabei wurde eine kleine Anzahl von Zentrifugen mit Uran-Gas befüllt und angereichertes Uran hergestellt, war aus Diplomatenkreisen zu erfahren. Der Iran widersetzt sich somit der Forderung des UNO-Sicherheitsrates, der die Einstellung dieser Aktivitäten fordert.

Brennstoff für Atomkraftwerk?
"Sie zeigen der Welt wieder einmal die lange Nase. Sie meinen es ernst mit der Entwicklung der neuen Zentrifugen", bewertet ein westlicher Diplomat die iranischen Fortschritte. Mit seinen Gaszentrifugen will der Iran laut eigenen Angaben Brennstoff für ein Atomkraftwerk herstellen. Westliche Länder misstrauen den friedlichen Absichten Teherans und weisen darauf hin, dass mit den gleichen Anlagen auch Material für Atomwaffen gewonnen werden kann.

Die neuen Zentrifugen sind rund 2,5 mal leistungsfähiger als das Vorgängermodell, von dem der Iran bereits 3.000 Stück in seiner Atomanalage in Natanz installiert hat. Mit dieser Anzahl könnte der Iran in einem Jahr genügend hoch angereichertes Uran für eine Atomwaffe herstellen. Nur ungefähr 1.200 der jetzt getesteten neuen Zentrifugen sind notwendig, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, hat das Institute for Science and International Security (ISIS) in Washington berechnet. "Wenn der Iran mit den neuen Zentrifugen Uran anreichert, ist das sicherlich ein technischer Durchbruch", sagt David Albright, Direktor von ISIS.

Atomwaffen-Option offen
US-Geheimdienste haben im vergangenen November ihre Einschätzung veröffentlicht, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm 2003 gestoppt habe. Allerdings halte sich das Land weiterhin eine Option zur Entwicklung solcher Waffen offen, lautet die amerikanische Analyse.

Abstimmung über Resolution verzögert sich
Eine Verabschiedung der neuen UNO-Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramms verzögert sich. Der Resolutionsentwurf werde überarbeitet, sagte der britische UNO-Botschafter John Sawers nach einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen am Mittwoch in New York.

Vor der für kommende Woche erwarteten Veröffentlichung des Berichts der UNO-Atomenergiebehörde IAEO zum Stand des iranischen Atomprogramms werde der bis dahin überarbeitete Text für eine dritte Sanktionsrunde nicht zur Abstimmung vorgelegt. Dies hatten einige nicht-ständige Mitglieder des Sicherheitsrats gefordert.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Energieprogramms heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran weist dies zurück.

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