Obama ist zurück

South Carolina wählt

© AP Photo/Steven Senne

Obama ist zurück

Die Turnhalle der Highschool in der Kleinstadt Sumter, South Carolina, ist voll. Die Menge, über zwei Drittel Schwarze, hängt an den Lippen von Barack Obama, dem charismatischen Sensationsaufsteiger der Präsidentschafts-Vorwahlen 2008. "Ein neuer Ton, ein neues Teamwork muss in Washington gefunden werden“, doziert Obama in sein Mikro. "Hört nicht auf die, die mich mit Lügen mundtot machen wollen!“

Obama führt in Umfragen
Das Duell zwischen Hillary Clinton und Obama geht heute in die nächste Runde: Bei der Vorwahl der Demokraten in South Carolina wird ein Sieg für Obama erwartet. In einer jüngsten NBC/Wall Street Journal-Umfrage führt Obama mit acht Prozent Vorsprung deutlich vor Ex-First-Lady Hillary Clinton (60). Angewiesen ist er in South Carolina auf die Stimmen der Afroamerikaner, die hier etwa die Hälfte der Parteianhänger stellen. Mit einem Sieg könnte er im Match zwischen der ersten Frau und dem ersten Afro­amerikaner mit Chancen aufs Oval Office ausgleichen: Obama hätte dann Iowa und South Caro­lina gewonnen, Clinton New Hampshire und Nevada.

Hoffen auf Super Tuesday
Noch wichtiger: Der garantierte Medienhype könnte Obama bitter nötigen Schwung für den vorentscheidenden Super Tuesday bringen, wenn am 5. Februar 22 Staaten Vorwahlen abhalten. Denn auf diesen Tag hoffen Hillarys Strategen: Sie führt in landesweiten Umfragen. Per Jet düst sie durch die USA, spult Auftritte in Super-Tuesday-Staaten ab – von Kalifornien, über Arizona bis New Jersey.

Wahlkämpfer Bill
In South Carolina hingegen kämpfte einsam Gatte Bill für sie. Hillary setzt auf die Erfahrung ihres Mannes, der immer wieder zwischen den Zeilen durchklingen lässt, dass Obama zu jung für das Amt des Präsidenten ist. Auch andere Attacken von Bill, der für seine Gattin die "Drecksarbeit“ verrichtet, sorgen für Unruhe: Hillary habe in South Carolina „kaum Chancen“, da die Hälfte der Wähler Schwarze seien, sagte er zuletzt. Parteigrößen forderten Bill auf, sich einzubremsen: Die Aussagen seien "unangebracht“ für einen Ex-Präsidenten, meckerte Senatsführer Tom Daschle.

Neuer Skandal?
Der nächste Aufreger: Clinton warf Obama kürzlich in einer TV-Debatte vor: „Sie haben einen Hausvermieter in Chicago als Anwalt vertreten, der sich trotz slum-ähnlicher Umstände in der Innenstadt Chicagos bereicherte“. Peinlich: Gestern tauchte ein Foto auf, auf dem das Ehepaar Clinton ausgerechnet gemeinsam mit diesem Hausvermieter für die Kamera posiert. Clinton: "Ich kenne den Mann nicht, von mir werden Tausende Fotos gemacht ...“

(bah)

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