Suu Kyi bietet Militärjunta die Stirn

Prozess vertagt

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Suu Kyi bietet Militärjunta die Stirn

Der Prozess gegen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in Burma ist am Montag nach einer mehrstündigen Anhörung vertagt worden. Er solle am Dienstag fortgesetzt werden, verlautete aus Regierungskreisen. Die Verhandlung findet im Insein-Hochsicherheitsgefängnis bei Rangun unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Besteht auf vollständigen Namen
Aung San Suu Kyi hat der Militärjunta unter General Than Shew die Stirn geboten. Weil die Behörden sie nur Suu Kyi nannten und damit den Namen ihres berühmten Vaters, des Nationalhelden General Aung San, unterschlugen, weigerte sich die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), an dem Prozedere im Hochsicherheitsgefängnis Insein teilzunehmen, verlautete in Rangun.

General Aung San, Führer der Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft und der "Anti-Fascist People's Freedom League" (AFPFL), war im Juli 1947 32-jährig ermordet worden.

"Wenn Sie mich nicht beim richtigen Namen nennen können, werde ich mich nicht bewegen", habe Suu Kyi gesagt.

Amerikaner schuld an Prozess
Der Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie wird vorgeworfen, sie habe die Auflagen ihres Hausarrests verletzt. Hintergrund ist der Besuch eines Amerikaners, der vor zwei Wochen zu ihrem Haus geschwommen war. Suu Kyi drohen fünf Jahre Haft. Die EU erwägt wegen des Prozesses eine Erweiterung der Sanktionen gegen die burmesische Junta. Die Außenminister der Union wollten das Thema am Montag bei ihrem Treffen in Brüssel aufgreifen, erklärte der tschechische Außenminister Jan Kohout als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft. Kohout rief die Militärjunta auf, Suu Kyi freizulassen.

EU verurteilt Schauprozess
Die EU-Außenminister haben den "Schauprozess" verurteilt. Bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel waren sie jedoch uneins in der Frage einer Verschärfung von Sanktionen. Sie forderten die Staaten der Region auf, Druck auf die burmesische Junta auszuüben. EU-Außenbeauftragter Javier Solana sagte: "Dies ist nicht der Moment der Lockerung, dies ist der Moment der Verschärfung." Der den Vorsitz führende tschechische Außenminister Jan Kohout erklärte: "Wir sind bereit, über eine Verschärfung der Sanktionen zu sprechen".

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