Zwei Tote durch Bombe im philippinischen Parlament

Manila

© EPA

Zwei Tote durch Bombe im philippinischen Parlament

Bei dem Bombenanschlag im Parlament der Philippinen sind am Dienstag zwei Menschen getötet und mindestens zehn weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben ereignete sich die Explosion direkt nach einer Parlamentssitzung in der Hauptstadt Manila um kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ). Bei den Toten handelt es sich nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern und örtlichen Radiosendern um den Abgeordneten Wahab Akbar, der in der Vergangenheit mehrfach mit dem Tod bedroht wurde, und den Fahrer eines Abgeordneten. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo ordnete unmittelbar nach dem Anschlag eine Untersuchung an.

Akbar war Abgeordneter der Insel Basilan, auf der Regierungstruppen gegen Rebellen der islamistischen Abu Sayyaf kämpfen. Die Gruppierung steht dem Terrornetzwerk Al Kaida von Osama bin Laden nahe. Der Fahrer starb in einem parkenden Fahrzeug, das in der Nähe des Gebäudes stand und von umherfliegenden Trümmern getroffen wurde. Unter den Verletzten sollen sich mindestens drei weitere Parlamentarier befinden.

Bombe im Südflügel
Der Sprecher des Abgeordnetenhauses, José de Venecia, sagte einem örtlichen Radiosender, die Bombe sei im Südflügel des Gebäudes explodiert und habe Teile des Eingangsbereichs zerstört. Der Parlamentarier Joel Villanueva sprach von einer "gewaltigen Explosion", zu deren Zeitpunkt sich aber weniger als 50 der 275 Abgeordneten im Parlamentsgebäude aufgehalten hätten.

Innenpolitische Unruhen als Auslöser?
Auf der Tagesordnung war ein neuer Antrag zur Amtsenthebung von Präsidentin Arroyo wegen Korruptionsvorwürfen gestanden. Arroyo stand dem dritten Amtsenthebungsverfahren in drei Jahren gegenüber. Außerdem wurden mehrere Korruptionsskandale bekannt. Das Präsidialamt teilte beauftragte den nationalen Polizeichef, die Untersuchung des Vorfalls persönlich zu überwachen und die Ursache der Explosion herauszufinden, wie ihr Sprecher Ignacio Bunye vor Journalisten sagte.

Im vergangenen Monat waren bei einer schweren Explosion in einem belebten Einkaufszentrum in Manila elf Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden. Die Polizei vermutete zunächst einen Bombenanschlag, sprach später allerdings von einem Unfall.

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