Obama gewinnt in Mississippi

US-Vorwahlen

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Obama gewinnt in Mississippi

Barack Obama hat seine Führung im Rennen um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur weiter ausgebaut. Er gewann am Dienstag die Vorwahl im Bundesstaat Mississippi klar mit 60 Prozent der Stimmen. Seine Kontrahentin Hillary Clinton erreichte 38 Prozent, berichtete der US-Nachrichtensender CNN nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen. Obamas Sieg war wegen des hohen Anteils schwarzer Wähler in Mississippi erwartet worden. Obama deutete indes an, Clinton zu seiner Vizepräsidentin machen zu wollen.

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"Superdelegierte" haben das letzte Wort
In Mississippi waren 33 Stimmen für den Nominierungsparteitag der US-Demokraten im Sommer zu vergeben. Obama hält nun laut einer CNN-Zählung bei 1608 Delegiertenstimmen, Clinton bei 1478 Stimmen. Beide sind jedoch weit entfernt von der für die Nominierung erforderlichen absoluten Mehrheit der Delegierten (2025). Damit dürften die rund 800 "Superdelegierten", nicht an die Vorwahlergebnisse gebundene Vertreter des Partei-Establishments, das entscheidende Wort beim Nominierungsparteitag haben.

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Clinton hatte sich in dem Südstaat wenig Hoffnungen auf ein Erfolg gemacht. Mississippi hat mit 36 Prozent den größten schwarzen Bevölkerungsanteil aller US-Staaten. Obama hatte schon zuvor in Staaten mit hohem Anteil afroamerikanischer Bevölkerung wie Georgia, South Carolina oder Louisiana klar gewonnen. In Mississippi fiel die Polarisierung nach der Rassenzugehörigkeit aber besonders deutlich aus. Wählerbefragungen zufolge stimmten 90 Prozent der Schwarzen für Obama, während 70 Prozent der Weißen für Clinton entschieden.

Sechs Wochen Pause
Die frühere First Lady hatte vor einer Woche mit Siegen bei den Vorwahlen in Ohio, Rhode Island und einem guten Abschneiden in Texas den Siegeszug Obamas gestoppt. Damit wahrte sie eine Außenseiterchance auf die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur. Allerdings konnte ihr Kontrahent am Wochenende im nordwestlichen Wyoming wieder einen Sieg verbuchen. Nach Mississippi macht der US-Vorwahlzirkus sechs Wochen lang Pause. Am 22. April wird im bevölkerungsreichen Staat Pennsylvania gewählt, wo 158 Delegiertenstimmen zu verteilen sind. Umfragen sehen dort Clinton als Favoritin.

Indes wird heftig über mögliche Auswege aus der Pattsituation bei den Demokraten diskutiert. So schlug Obama am Dienstag in einem CNN-Interview die Neuaustragung der Vorwahlen in Florida und Michigan vor. Damit kämen rund 300 Delegiertenstimmen zusätzlich zur Verteilung. Den Delegierten dieser Staaten war nämlich das Stimmrecht auf dem Nominierungsparteitag entzogen worden, nachdem die dortigen Vorwahlen gegen den Willen der demokratischen Parteiführung auf Jänner vorgezogen worden waren.

Clinton eine "fähige Person"
Obama deutete auch ein gemeinsames Antreten mit seiner Rivalin bei der Präsidentschaftswahl an. "Clinton ist eine sehr fähige Person", sagte er CNN auf die Frage, ob er die frühere First Lady zu seiner Vizepräsidentin machen würde. "Sie wäre für jeden in der engeren Wahl." Auf die Frage, wie er sich im Fall einer Nominierung Clintons zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin verhalten werde, sagte Obama: "Sollte sie nominiert werden, werde ich sie unterstützen." Die Demokraten sollten geeint bleiben, betonte er. Clinton hatte vor einer Woche erstmals eine gemeinsame Kandidatur mit Obama angedeutet, dabei aber klar gemacht, dass sie die erste Geige spielen wolle. Obama hatte dieses Angebot umgehend zurückgewiesen.

Vor den konzilianten Aussagen Obamas hatte sich der Ton zwischen den Wahlkampfteams weiter verschärft. Clintons Beraterin Geraldine Ferraro sagte in einem Interview mit der kalifornischen Zeitung "Daily Breeze", Obama profitiere im Wahlkampf von seiner Hautfarbe. "Wenn Obama ein weißer Mann wäre, wäre er nicht in dieser Position. wenn er eine Frau wäre, wäre er nicht in dieser Position. Er kann glücklich sein, dass er ist, was er ist", wurde Ferraro zitiert. Obamas Wahlkampfchef David Axelrod sprach von einer "heimtückischen" Attacke Ferraros. Clintons Sprecher distanzierte sich von den Aussagen. Vorige Woche hatte eine außenpolitische Beraterin Obamas aufgeben müssen, nachdem sie Clinton als "Monster" verunglimpft hatte.

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