US-Wahlkampf

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Obama verzichtet auf öffentliche Gelder

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama will entgegen früheren Ankündigungen im Wahlkampf auf Gelder aus der Bundeskasse verzichten. Stattdessen wolle er sich ganz auf private Spenden stützen, teilte Obama am Donnerstag mit. Es ist das erste Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat die öffentlichen Mittel nicht in Anspruch nimmt, seit das Finanzierungssystem vor drei Jahrzehnten eingeführt wurde.

200 Millionen Dollar gesammelt
Nach den US-Regeln hätte Obama mehr als 80 Millionen Dollar (51,7 Mio. Euro) an Bundesgeldern erhalten können, sich im Gegenzug dafür aber beim Spendensammeln drastisch einschränken müssen. Im Vorwahlkampf hatte der Senator von Anhängern eine Rekordsumme von mehr als 200 Millionen Dollar erhalten - weitaus mehr als seine damalige innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton und sein republikanischer Gegner im Präsidentschaftswahlkampf, John McCain. Auf einen derartigen Spendenfluss hofft er nun auch im Hauptwahlkampf.

Obama erklärte am Donnerstag, es sei keine einfache Entscheidung gewesen, zumal er ein robustes System der staatlichen Wahlkampffinanzierung unterstütze. Das bestehende System aber sei brüchig, und er habe es mit Gegnern zu tun, die Meister darin seien, dieses brüchige System auszunutzen. Mitarbeiter von Obama erklärten, sie hätten sich auch zu dem Verzicht bereiterklärt, weil McCain schon privat gesammelte Gelder für seinen Wahlkampf einsetze.

Was macht McCain?
Im vergangenen Jahr hatte Obama noch erklärt, er werde sich auf die öffentlichen Gelder stützen, wenn sein Gegner im Rennen um das Weiße Haus dies ebenfalls tue. Es wird erwartet, dass McCain auf die Bundeskasse zurückgreifen wird. Prompt kritisierte dessen Wahlkampflager Obamas Entscheidung und warf dem Demokraten einen Zickzackkurs vor. Obama habe sich einmal mehr als typischer Politiker erwiesen, der tue und sage, was ihm gerade als vorteilhaft erscheine, hieß es in einer Erklärung.

Obama hat zwar mehr private Spenden gesammelt als McCain, das wird aber dadurch mehr als ausgeglichen, dass die Republikanische Partei deutlich mehr Geld hat als die Demokraten. Beide Parteien können ihre Kandidaten finanziell unterstützen.

Das öffentliche Finanzierungssystem war 1976 mit dem Ziel geschaffen worden, den Einfluss des Geldes auf Präsidentschaftswahlen zu verringern. Allerdings gibt es Schlupflöcher. Im Wahlkampf vor vier Jahren waren beispielsweise Millionen von Privatspenden an politische Gruppierungen gegangen, die dann praktisch ohne Einschränkung für ihren Kandidaten Wahlwerbung betrieben.

Entschuldigung bei zwei muslimischen Frauen
Obama hat sich persönlich bei zwei muslimischen Frauen entschuldigt, die bei einer Wahlkampfkundgebung in Detroit wegen ihres Kopftuchs nicht hinter ihm sitzen durften. Eine der Frauen, Hebba Aref, sagte am Mittwoch, freiwillige Helfer Obamas hätten ihnen bei der Veranstaltung am Montag in der Joe-Louis-Arena gesagt, dass sie mit dem islamischen Kopftuch nicht hinter dem Podium im Blickfeld der Fernsehkameras sitzen dürften.

Der designierte Präsidentschaftskandidat erklärte in einer Mitteilung am Donnerstag (Ortszeit), er habe die Frauen um Entschuldigung gebeten. Die Vorgehensweise der Helfer sei nicht akzeptabel und stehe nicht im Einklang mit seiner Politik. In seinem Wahlkampf gehe es darum, die Menschen zusammenzuführen. Er werde weiter gegen jede Art von Diskriminierung kämpfen.

Foto: (c) AP

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