Beim weltgrößten Autobauer Toyota steht ein Führungswechsel an
Konzernchef Koji Sato trete nach nur drei Jahren an der Spitze ab und werde durch Finanzvorstand Kenta Kon ersetzt, teilte das japanische Unternehmen am Freitag mit. Sato solle Vize-Verwaltungsratschef werden und sich auf übergreifende Industriethemen konzentrieren, während Kon das interne Management verantworte.
Mit dem Umbau wolle der Konzern Entscheidungsprozesse beschleunigen, um besser auf den tiefgreifenden Wandel in der Branche reagieren zu können. Zuletzt hatte sich die Kritik von Investoren an der geplanten Übernahme der Tochtergesellschaft Toyota Industries gehäuft. Minderheitsaktionäre hatten den Deal als intransparent und den Preis als zu niedrig bemängelt.
Sato hatte das Ruder erst im April 2023 vom Enkel des Firmengründers, Akio Toyoda, übernommen. Unter seiner Ägide hielt Toyota an Hybrid-Antrieben fest - eine Strategie, die sich angesichts der abflauenden Elektro-Euphorie zunächst auszahlte und Rekordverkäufe sicherte. Der Toyota-Aktienkurs stieg in Satos Zeit auf dem Chefposten inklusive Dividenden um 111 Prozent. Allerdings verlor der Konzern zuletzt in Regionen wie Südostasien Marktanteile an chinesische Konkurrenten wie BYD. Analyst James Hong von Macquarie sprach von einem "Regimewechsel". Während Sato eher für die Produktentwicklung stehe, bringe Kon mehr Erfahrung bei finanziellen Themen mit. Er gilt als treibende Kraft hinter dem umstrittenen Toyota-Industries-Deal.
Gewinnprognose angehoben
Bekanntgegeben wurde die Personalie zeitgleich mit den Geschäftszahlen zum dritten Quartal. Dank des schwachen Yen und Sparmaßnahmen hob Toyota seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr (per Ende März) an. Der Betriebsgewinn soll nun 3,8 Billionen Yen (20,5 Mrd. Euro) erreichen. Bisher war das Unternehmen von 3,4 Billionen Yen ausgegangen.