Wirtschaftskrise fordert weiter Opfer

2009 bisher 10 Prozent mehr Firmenpleiten

Die Firmenpleiten sind in Österreich in den ersten 9 Monaten 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 10,4 Prozent auf 5.190 Fälle angestiegen. Die Zahl der Privatkonkurse erhöhte sich um 7,9 Prozent auf 6.880 Fälle erhöht. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 lässt sich laut Hans-Georg Kantner, Insolvenz-Spezialist des Kreditschutzverbands (KSV), eine Abschwächung des Zuwachses erkennen.

Bei den Privatpleiten sei das Wachstum geringer ausgefallen als erwartet und "definitiv" geringer als in den vergangenen Jahren. Bis jetzt sei die Krise am heimischen Arbeitsmarkt aber noch nicht voll angekommen. Sollte der Aufschwung nicht schon praktisch vor der Tür stehen, sei in den nächsten Monaten mit umfangreicheren Jobverlusten zu rechnen. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Kantner mit einem Plus von 10 Prozent auf rund 10.000 Fälle. Bei den Unternehmensinsolvenzen erwartet er einen Anstieg um 12 bis 15 Prozent.

Nach Branchen hat es die Bereiche Maschinen/Metall (+50 Prozent), Chemie/Pharma/Grundstoffe (+43 Prozent), Holz/Möbel (+24 Prozent), Glas/Keramik (+37 Prozent) sowie Papier/Druck (+49 Prozent) am stärksten getroffen. Die sonst sehr konjunktursensitive Bauwirtschaft weist einen Zuwachs von 5 Prozent auf. Die Probleme werden dort voraussichtlich verspätet ankommen, oder - je nach politischen Maßnahmen - gar nicht, glaubt Kantner. Auch das Gastgewerbe habe mit 8 Prozent mehr Insolvenzen einen unterdurchschnittlichen Zuwachs verzeichnet.

Den höchsten Zuwachs an Firmenpleiten gab es in Oberösterreich (+149 auf 717 Fälle), gefolgt von Wien (+143 auf 1.581 Fälle). Oberösterreich sei besonders industrielastig, in Wien gebe es sehr viele Klein- und Kleinstfirmen, so Kantners Begründung. In Niederösterreich und dem Burgenland ist die Zahl der Insolvenzen sogar um 7 bzw. 5 Fälle zurückgegangen.